Donnerstag, 19. April 2012

[Das Autoren 1x1] Helmut Barz

Heute bei "Das Autoren 1x1": 


Helmut Barz




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Autorenwelt
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1. Seit wann schreibst du?
Das ist ehrlich gesagt eine knifflige Frage. Ich habe Geschichten erfunden, seit ich denken kann. Als sich noch nicht schreiben konnte, mussten meine sehr geduldigen Eltern die Geschichten zu Papier bringen. Durch Schulzeit und Studium hat mich das Schreiben immer begleitet, mal mehr, mal weniger, mal als reines Werkzeug, mal als Selbstzweck.

Professionell – im Sinne, dass ich mit dem Aneinanderreihen von Worten meinen Lebensunterhalt verdiene – schreibe ich seit dem Jahr 2000. Vorher war ich am Theater tätig.

Das Romanschreiben kam allerdings erst relativ spät, mit vierunddreißig. Ich war zu dem Zeitpunkt gesundheitlich sehr angeschlagen und die Werbebranche, in der ich arbeite, war zu dem Zeitpunkt in der Krise. Doch ich stellte plötzlich fest, dass ich viel Zeit hatte – zu viel Zeit. Und da habe ich mich an einen – man kann schon sagen – Kindheitstraum erinnert, einmal einen Roman zu Papier zu bringen. Ich habe mir gesagt, ich mach das jetzt, dann ist Ruhe. Mal sehen, wie weit ich überhaupt komme. Das war die Geburtsstunde von meinem Erstling "Weißes Blut". Und plötzlich war ich ein verlegter Autor mit Agent und Folgevertrag.

2. Warum ist „Autor“ für dich der beste Beruf der Welt?
Ob es der beste Beruf der Welt ist, weiß ich nicht, aber ich liebe das Schreiben. Ich liebe es, Wörter aneinander zu reihen und ihnen so einen neuen Sinn zu geben; ich liebe es, wie Geschichten auszudenken. Gerade das Schreiben der Romane entsteht bei mir aus einem sehr kindlichen Spieltrieb; ich sitze in meiner gedanklichen Sandkiste und erlebe die Abenteuer meiner Figuren mit. Und dass ich dafür den Freiraum habe, finde ich ganz großartig. Ich würde mich selber übrigens nicht unbedingt Auto nennen, sondern Geschichtenerzähler. Das Medium Sprache ist ja nicht das einzige, in dem ich tätig bin/war ich.

3. Beschreibe dein Buch / eins deiner Bücher in weniger als zehn Worten und verrate, auf welchen Titel sich die Beschreibung bezieht.
Es gibt Tage, an denen man besser gar nicht aufsteht. – Westend Blues.

Kann man nicht wenigstens mal ganz in Ruhe Urlaub machen? – African Boogie

Ein schönes Städtchen. Schade, dass es hier einen Vampir gibt. – Weißes Blut 

4. Wo schreibst du am Liebsten bzw. hast du besondere „Rituale“ beim Schreiben?
In einer Wohnung in Frankfurt habe ich ein großes Arbeitszimmer. Dort erledige ich vor allem meine "Broterwerbsschreibereien". Mein Romantexte entstehen auf dem Notebook entweder an einem kleinen Schreibtisch, der in meinem Schlafzimmer steht oder auf dem Balkon (wenn das Wetter es zulässt, natürlich). Eigentliche Rituale habe ich nicht, ich stehe jedoch sehr früh auf, um schon einmal fleißig schreiben zu können, bevor das Tagesgeschäft beginnt und mich ablenkt. Um mich wach und konzentriert zu halten, trinke ich Tee mit frischem Ingwer.

Zum Überarbeiten oder wenn ich festhänge, wechsle ich hin und wieder in ein Café oder die Unibibliothek. Dort sitze ich auch oft, wenn ich das Papiermanuskript korrigiere.

5. Hast du einen Tipp für zukünftige Autoren?
Nun, ich fühle mich einfach noch nicht weit genug fortgeschritten, um anderen Autoren Tipps geben zu können. Auch habe ich es mir selbst zur Regel gemacht, nur denjenigen Ratschlägen von anderen Autoren zu vertrauen, die entsprechende Referenzen aufzuweisen haben. Aber über meinem Schreibtisch habe ich folgende vier Regeln aufgehängt:
  1. Schreiben, mehr schreiben, noch mehr schreiben
  2. Überarbeiten, mehr überarbeiten, noch mehr überarbeiten
  3. Lesen, mehr lesen, noch mehr lesen
  4. Leben, mehr leben, noch mehr leben
Die erste Regel stammt von Ernest Hemingway, die anderen sind meine persönlichen Ableitungen.




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Private Welt
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6. Was ist deine Lieblingsfarbe?

Rot und schwarz, wie auch aus den Umschlägen meiner Krimireihe ersichtlich.

7. Was war als Kind dein Traumberuf?
Das waren eine Menge: Chirurg, Tierarzt, Chemiker, Informatiker, Psychologe, Modeschöpfer, Feuerwerker, Schauspieler, Regisseur, Anwalt... Und eine Zeit lang wollte ich sogar Pastor werden, bis ich feststellte, dass Agnostiker keine Kirchen haben. Das Schreiben tauchte seltsamerweise nie als Berufswunsch auf, obwohl ich mir immer vorgenommen habe, meine Erlebnisse und meine Fantasie in Texte zu verarbeiten.

8. Was ist dein Lieblingsessen?
Das ist sehr durchmischt und tageslaunenabhängig. Ich koche sehr gerne, bin ein so genannter Wochentags-Vegetarier und habe eine große Schwäche für frisches Obst und Gemüse. Aber manchmal darf es dann doch ein gutes Steak oder ein leckeres Huhn sein.

9. Welches Genre liest du selbst am Liebsten?
Literarisch gesehen ist mein Geschmack ein wahrer Gemischtwarenladen. Ich mag Krimis genauso wie "Urban Fantasy" oder hin und wieder ein Stück "gute Literatur". Meine Lieblingsbuchreihe momentan sind die "Dresden Files" von Jim Butcher. Und sehr angetan war ich von "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson.

Außerdem lese ich, um meine Neugierde zu befriedigen, sehr viele Sachbücher. Ein Schwerpunkt dabei ist Psychologie und Kriminologie. Zur Zeit und als Recherche für einen neuen Roman beschäftige ich mich mit Literatur zum Thema "Skandal".

10. Verrätst du einen deiner Wünsche für deine Zukunft oder einen Traum, den du dir gerne noch erfüllen möchtest?
Privat möchte ich gerne eine ganze Menge reisen, vor allem in die afrikanischen Länder, die ich noch nicht kenne. Außerdem träume ich von einer Autotour durch die USA von Küste zu Küste.

Beruflich habe ich den Traum, irgendwann von meinen Romanen leben zu können. Außerdem gibt es noch eine ganze Reihe von Ideen und Texten, die mir schlummern und gerne das Licht der Welt erblicken möchten, nicht nur Krimis, sondern auch Romane aus anderen Genres, zum Beispiel Fantasy.

Und dann natürlich das Übliche: Weltfrieden, Wohlstand für alle und stets das rechte  Wetter.


Diese Bücher von Helmut Barz könnten in deinem Bücherregal stehen:


Vielen Dank Helmut, dass du beim "Das Autoren 1x1" teilgenommen hast :)


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