Montag, 2. April 2012

[Interview] Criminal Talk am Montag mit Gabriella Engelmann und Sabine Kornbichler

Hallo zusammen!


Ich hatte das große Vergnügen ein Interview mit Gabriella Engelmann und Sabine Kornbichler zu führen und von diesem Criminal Talk möchte ich euch natürlich berichten.





Claudia: Hallo Gabriella, hallo Sabine!

Es freut mich total, dass ihr beide euch Zeit für ein Krimi-Gespräch genommen habt, um mit mir über spannende Themen zu reden. Sabine, du hast ja nun schon etliche Kriminalromane geschrieben wie z.B. „Das Richterspiel“ oder „ Die Todesbotschaft“ und bei dir Gabriella habe ich bei „Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid: Ein mörderischer Schneewittchenroman“ zum ersten Mal gemerkt, dass du auch „böse“ schreiben kannst und bei „Küss den Wolf“ hast du das dann ja noch intensiviert. Deshalb bin ich total auf eure Antworten und Meinungen gespannt.

Fangen wir am besten gleich an oder?

Gabriella: Dann würde ich mal sagen: Auf los geht´s los!


Claudia: Ich frage mich immer, ob ihr beim Schreiben so etwas wie Sympathie für eure „bösen“ Figuren empfindet, oder ob das gar nicht möglich ist, da ihr ja im kompletten Ausmaße wisst, um was für ein fieser Charakter es sich dabei wirklich handelt?

Gabriella: Ich habe bei „Küss den Wolf“ zum ersten Mal mit einer wirklich bösen Figur zu tun gehabt – ein Erlebnis der besonderen Art. Weil ich sein Handlungsmotiv kannte, empfand ich ein gewisses Mitleid. Allerdings für ihn als Figur, nicht für seine Taten!

Sabine: Im vergangenen Jahr habe ich den Vortrag einer forensischen Psychiaterin gehört. Sie sagte, sie sei bei ihren Begutachtungen noch nie einem Menschen begegnet, der nicht auch liebenswerte Seiten habe. Ich glaube, das beschreibt die „Lage“ ganz gut. Wenn ich die Taten meiner Figuren verstehen will, muss ich versuchen, die ganze Figur, den ganzen Menschen zu verstehen, das heißt auch, seine oder ihre Biografie zu entschlüsseln. Und da ist dann meist der Punkt erreicht, an dem ich ganz klar Mitgefühl empfinde. Was nicht bedeutet – und da schließe ich mich Dir an, Gabriella – dass sich die Taten damit auch nur ansatzweise rechtfertigen lassen. Es gibt viele Figuren/Menschen mit ähnlich belastenden Biografien, aber nur ein Bruchteil von ihnen entscheidet sich für den „bösen“ Weg. Bei Sadismus kommt mein Mitgefühl für eine Figur allerdings an seine Grenzen.


Claudia: Fällt es euch schwer, jemanden sterben zu lassen? Macht es für euch dabei einen Unterschied, ob ihr einen „guten“ oder einen „bösen“ Charakter sterben lasst?

Gabriella: Ganz klare Antwort: Ja! Es fällt mir nicht nur schwer, jemanden sterben zu lassen, sondern generell meinen Figuren Probleme zu bereiten, ihnen Schicksalsschläge zuzumuten. Beim Schreiben der Beerdigungsszene meines ersten Toten habe ich ehrlich gesagt ein bisschen geweint … Klingt vielleicht albern, aber so war´s.

Sabine: Ich finde das gar nicht albern, Gabriella. Mir sind auch schon die Tränen geflossen. Bei meinem Krimi „Die Todesbotschaft“ mochte ich eine der Figuren so sehr, dass ich mitten im „Umbringen“ dachte, das kannst Du doch nicht tun. Ich hab’s dann aber doch getan. Sie war übrigens eine von den „Guten“. Bei den „Bösen“ fällt es mir deutlich leichter, sie um die Ecke zu bringen.

Gabriella:  … und vermutlich gewöhnt man sich mit der Zeit auch ein bisschen daran …

Claudia: Das heißt dann wohl für dich Gabriella: Mehr Kriminalistisches einbauen und dich dadurch „abhärten“. Ich hätte jedenfalls nichts gegen Krimianteile in deinen Märchen. Das passt meiner Meinung nach sehr gut zusammen.


Claudia: Seht ihr euch eigentlich als strategische Schreiber, oder entwickelt ihr eure Stoffe eher „aus dem Bauch“ heraus?

Sabine: Ich würde sagen beides. Erst einmal entwickle ich eine Geschichte aus dem Bauch heraus und dann schaue ich sie mir unter strategischen Gesichtspunkten genauer an. Beim Schreiben übernimmt dann aber immer wieder meine Intuition die Regie.

Gabriella: Weshalb deine Bücher auch sehr emotional sind und keine Kopfgeburt. Zum Glück!
Ich bin leider gar kein strategischer Mensch. Weder im Leben noch beim Schreiben. Deshalb spiele ich auch nicht besonders gern, vor allem keine Spiele, wie z.B. Schach. Die wichtigsten Punkte überlege ich mir natürlich vorher, aber irgendwann übernimmt der „Bauch“ (also vermutlich das Unterbewusstsein) das Regiment. Mit der Frage „Was wäre wenn“ jongliere ich zwar ab und zu ganz gern, bin aber meist ein wenig zu faul, um sie konsequent zu Ende zu denken ;-)

Claudia: Also kann es durchaus passieren, dass eure Figuren sich verselbständigen und eure ursprüngliche geplante Handlung etwas durcheinander bringen?

Sabine: Es ist nicht so sehr das Sich-Verselbständigen einer Figur, sondern das Bewusstwerden, dass eine bestimmte Handlung einfach nicht zu der jeweiligen Figur passt, dass es psychologisch nicht stimmt. Und dann schaue ich, wie ich das ändern kann.


Claudia: Ihr kommt ursprünglich beide aus dem Bereich „Frauenroman“ was hat euch dazu bewogen nun auch eine etwas „härtere“ Gangart einzulegen?

Gabriella: “Küss den Wolf“ ist mit seinen Thrillerelementen mein erster Versuch in diesem Genre, auch wenn es beim „Schneewittchen“ schon erste Gehversuche in dieser Richtung gab. Generell fühle ich mich da nicht zu Hause, aber ich habe es als Herausforderung empfunden, mich mal an so etwas zu wagen. Nun hoffe ich sehr, dass mir das auch ein bisschen gelungen ist …

Sabine: Bei mir in es die Vorliebe für dieses Genre. Ich bin selbst begeisterte Krimileserin. Und als sich vor ein paar Jahren die Gelegenheit dazu bot, selbst Krimis zu schreiben, habe ich sie sofort ergriffen. Ich habe diese Entscheidung übrigens keinen Tag bereut.

Gabriella: Außerdem gab es auch bei deinen ersten Büchern immer ein starkes Spannungselement, was sie immer von anderen Romane der „Frauenunterhaltung“ unterschieden hat. Insofern ist es an sich eine logische und konsequente Fortsetzung!


Claudia: Sabine hat ja schon gesagt, die hat eine Vorliebe für das Genre. Wie sieht es bei dir aus Gabriella? Liest du selbst gerne Krimis oder Thriller und wenn ja, welche?

Gabriella: Diese Phase liegt bei mir schon etwas länger zurück. Allerdings habe ich immer eher Bücher gelesen, die unter psychologischen Aspekten interessant oder aufregend waren (Elizabeth George, Charlotte Link, Petra Hammesfahr), als blutrünstige Thriller. Deshalb mag ich auch Sabines Bücher so gern – sie sind spannend, ohne dass einem zerfetzte Leichenteile um die Ohren fliegen, und wirken eher „subkutan“. Außerdem liebe ich ihre kluge und sensible Art zu schreiben.

Sabine: Danke für dieses schöne Kompliment, Gabriella. Mir geht es übrigens wie Dir, ich bevorzuge psychologische Krimis. Sehr gut finde ich Anna Salter, Michael Robothom, die Schwestern Grebe/Träff – um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Claudia: Ich mag zwar auch total gerne die etwas härteren Thriller, wie z.B. von Karin Slaughter, aber ich liebe auch Psychothriller. Da stimme ich euch voll und ganz zu. Es muss nicht immer blutig sein, manchmal ist es auch einfach nur „schön“, wenn der Autor es versteht Akzente zu setzen, die dann für spannendes Kopfkino sorgen. Ich muss ja zugeben, dass ich von den Autoren, die Sabine aufgezählt hat, noch gar nichts gelesen habe und nicht mal alle kenne. Ist das nun eine Bildungslücke?

Sabine: Um Gottes Willen, nein, Claudia! Das Krimigenre ist riesig, es gibt so viele Autoren. Wie willst Du alle kennen – geschweige denn gelesen haben?

Claudia: Dann bin ich ja beruhigt, aber ich bin stets bemüht möglichst viele Krimi- und Thriller-Autoren zu testen :)


Claudia: Glaubt ihr, dass es überhaupt noch möglich ist innovative Ideen im Krimi/Thriller-Bereich zu finden, die für den Leser unvorhersehbar sind?

Gabriella:  Puh, schwere Frage … da ich kaum aus diesem Bereich lese, gebe ich die Frage gern an euch weiter. Generell kann man das Rad ja nicht neu erfinden (Gilt für jede Art von Romanen), aber vielleicht die Art, es zu drehen ;-)

Sabine: Möglich ist das ganz sicher, es tun sich ja auch immer wieder Autoren mit innovativen Ideen hervor. Ich denke da zum Beispiel an den Schafskrimi Glenkill von Leonie Swann, den ich sehr gelungen fand. Ich weiß aber gar nicht, ob dieses Innovative aus Lesersicht das alleinige Maß der Dinge ist. Für mich kommt es beim Lesen vielmehr darauf an, wie ein Thema umgesetzt ist – ob es mich fesselt und ob es gut recherchiert ist.


Claudia: Also ist es für euch beim Lesen gar nicht so wichtig, dass der Autor euch lange an der Nase herum führt? Ist es für euch dann vielleicht entscheidender, dass der evtl. vorhandene Überraschungseffekt dann aber sinnvoll verknüpft wurde und nicht willkürlich kreiert wirkt.

Gabriella: Das ist natürlich die „Königsklasse“! Ich mag es als Leserin nicht, wenn auf der letzten Seite jemand aus dem Gebüsch hüpft, den es zuvor noch nicht gab, und der Autor erklärt dann klang und breit, warum gerade ER nun der Täter war. Ich liebe dieses Ratespielchen, dieses sich alle paar Minuten fragen: Der, oder der? Oder doch die, weil … das ist ganz, ganz große Kunst, die nur wenige beherrschen.

Sabine: Wenn es bis zum Schluss funktioniert, dass ich im Dunkeln tappe, finde ich das natürlich wunderbar. Aber auch da schließe ich mich Dir an, Gabriella: Das macht nur Spaß, wenn die Lösung dann wirklich überzeugend ist. Mich stört es gar nicht, wenn ich nach der Hälfte schon ahne, wer der Täter ist – Hauptsache, ich werde in die Geschichte hineingesogen.

Claudia: Mir geht es da eher wie Gabriella. Mich konnten zwar auch schon Bücher überzeugen, bei denen ziemlich schnell fest stand, wer der Täter ist, aber meistens verlieren diese Romane dann doch an Spannung. Ich fiebere lieber mit, stell meine eigenen Überlegungen an und bin gespannt, was sich der Autor überlebt hat. Allerdings ist es mir dabei wirklich wichtig, dass derjenige „der aus dem Gebüsch hüpft“, vorher schon mal eine Rolle gespielt hat und nicht einfach nur der Puh-Mann ist, der den „easy way out“ darstellt und nun einfach mal die Rolle des Täters verkörpern muss.


Claudia: Gehen wir doch mal weg von euren Büchern und deren Inhalt und kommen mehr zu euch als Personen. Zum Teil gruselt ihr ja eure Leser, aber seid ihr selbst ängstlich? Und wenn ja: Wovor fürchtet ihr euch?

Sabine: Furcht versuche ich gar nicht erst aufkommen zu lassen. Ich denke eher in dieser „Plan-B-Kategorie“: Was tue ich, wenn der Supergau eintritt? Mir ist es wichtig, mich gewappnet zu fühlen.

Claudia: Das kenne ich. Ich habe meistens nicht nur einen Plan B, sondern auch noch C, D und E in der Schublade :) Wie sieht es bei dir aus, Gabriella??

Gabriella: Ich bin leider ängstlich, aber vor allem in Bezug auf Furcht vor Schicksalsschlägen wie Krankheiten, Existenznot oder ähnliches. Aber ich bin in gesundem Maße vorsichtig, und versuche gar nicht erst in Situationen zu kommen, die riskant sind. Allerdings weiß ich auch, dass das nicht grundsätzlich hilft.


Claudia: Was tut ihr, um euch zu schützen oder um euch sicherer zu fühlen?

Gabriella: Meine Wohnung ist natürlich gesichert (wenn auch mit eher simplen Mitteln), außerdem haben wir eine tolle Hausgemeinschaft, in der jeder auf den anderen achtet. Wenn es abends spät wird, nehme ich mir immer ein Taxi, denn ich sitze nur ungern mitten in der Nacht in einem öffentlichen Verkehrsmittel. Ansonsten habe ich aber ein gewisses Urvertrauen darin, dass mir schon nichts passiert. Pfefferspray oder ähnliches habe ich zuletzt als Teenie nach dem Disco-Besuch mit mir rumgeschleppt. Ob ich es im Ernstfall a) in der riesigen Tasche gefunden und b) auch benutzt hätte, keine Ahnung!

Sabine: Um dieses Urvertrauen beneide ich Dich, Gabriella. Ich rechne nicht damit, allem entgehen zu können. Aber das, was ich dazu beitragen kann, tue ich. Zum Beispiel dunkle Ecken vermeiden, keine unkalkulierbaren Risiken eingehen – so etwas in der Art.


Claudia: Jetzt mal „Hosen runter“ und ganz ehrlich sein: Sonntagabend: Tatort oder Pilcher? Und wenn ja, habt ihr ein bestimmtes Ritual dabei? (Kuscheldecke, Was zum Naschen, etc.)

Gabriella: Okay, ich oute mich: Ich bin gar keine Tatort-Guckerin (Einzige Ausnahme, wenn Jan Josef Liefers und Axel Prahl am Werk sind). Wenn ich an einem Sonntagabend TV schaue, dann eher die Romantikschiene Pilcher/Lindström – aber auch nur, wenn ich alleine bin. Mein Freund bekommt jedes Mal (zurecht) die Krise, wenn  ich ein Cottage, oder ein schwedisches Bootshaus anschmachte, und schon im Voraus erzähle, was jetzt gleich passieren wird. Ich bin allerdings ein bisschen stolz auf meine „Trefferquote“ in dieser Hinsicht ;-). Wenn ich alleine bin, und das Ganze so richtig genussvoll zelebriere, dann gehören Kerzen, eine Kuscheldecke, ein Glas Rotwein und Fritsticks unbedingt dazu. Gern auch die ganze Packung auf einmal.

Claudia: Du bist ein Pilcher-Fan?? Oh man, das kostet dich nun allerdings ein paar Sympathiepunkte :)

Sabine: Bei mir ist es ganz klar der Tatort, das allein ist am Sonntagabend schon Ritual genug. Naschen eher nicht, aber die Augenbinde darf es schon mal sein, wenn es zu blutig wird.

Gabriella: Wie jetzt? Du nascht NICHT? Bist du so diszipliniert, oder stört es dich bei der Konzentration? Ich finde das Geknabbere passt in der Tat nicht immer, aber am Sonntagabend …. Also ehrlich: RESPEKT!  Bitte, bitte Claudia, sag DU jetzt nicht auch noch, dass du in dieser Beziehung abstinent bist ….

Claudia: Ich wünscht, es wäre so! Ich finde gerade in Gesellschaft gehört das irgendwie dazu. Einmal die Woche habe ich „Mädelsabend“ mit Grey’s Anatomy, Desperate Housewives oder was auch immer dann kommt und (unglücklicherweise) artet das schon immer in einem kleinen Gefresse aus. Ungesund, aber gemütlich :)


Claudia: Seid ihr selbst schon einmal in eine gefährliche Situation geraten? Wenn ja, wie seid ihr da wieder herausgekommen? Was habt ihr dabei für euch selbst gelernt?

Gabriella: Bei uns im Haus hat es mal ganz früh morgens (Es war gruseligerweise auch noch Totensonntag!) im Flur direkt vor meiner Tür gebrannt. Irgendjemand hatte die Kiste voller Bücher in Brand gesteckt, die wir dort immer stehen haben, um Lesestoff tauschen zu können. Ich wurde von einem Passanten wach geklingelt, der das Feuer von außen entdeckt hatte. Total benommen bin ich nach draußen, und habe versucht den Brand mit der Fußmatte zu löschen – und danach mit Wasser. Danach habe ich die Nachbarn alarmiert, und die Polizei gerufen. Als die Feuerwehr kam, hatte ich allerdings schon eine Rauchvergiftung, und musste ins Krankenhaus. Gelernt habe ich daraus, dass es leider (zumindest bei mir) einen Moment dauert, bis ich realisiere, was da passiert ist. Das kann natürlich wertvolle Minuten kosten, in denen man sich, oder anderen helfen sollte. Generell sollte man wohl die Mischung draufhaben Ruhe zu bewahren, um die Situation zu erfassen, und dann genug Energie zu entwickeln, auch klug und tough zu handeln.

Sabine: Ich hoffe, Du hast inzwischen Rauchmelder in Deiner Wohnung installiert, Gabriella. Diese Dinger können wirklich lebensrettend sein. Mir ist es übrigens mal ähnlich ergangen wie Dir, ich habe auch einen Moment gebraucht, bis ich realisiert habe, was mir da gerade passierte. Eine junge Frau ist letztes Jahr auf mich losgegangen, hat mir meine Tasche aus der Hand gerissen und damit auf mich eingeschlagen. Sie war so unglaublich schnell und versiert darin, dass ich zum ersten Mal verstanden habe, warum man zum eigenen Schutz keine Waffen bei sich tragen soll – im Zweifel ist dein Angreifer nämlich sehr viel geübter und entschlossener in deren Gebrauch. Seitdem habe ich übrigens keinen Pfefferspray mehr dabei, sondern nur noch einen Personenalarm. Da zieht man im Notfall an einem Band und ein ohrenbetäubender Alarm geht los.

Gabriella: Meine erste Amtshandlung nachdem ich mich besser gefühlt hatte war natürlich Rauchmelder zu kaufen! Zum Glück sind die seit 2010 in jedem Haushalt Pflicht, genauso wie die jährliche Wartung.


Claudia: Glaubt ihr daran, dass man sich durch das Schreiben bestimmte Ereignisse „herbeischreibt?“

Gabriella: Daran glaube ich nicht nur – ich habe es selbst auch schon oft erlebt. Ich frage mich dabei allerdings immer, wie das bei den Krimi und Thriller-Autoren läuft, die überleben ja in der Regel zum Glück ihre Bücher. Es gibt Kollegen, die nach Beendigung des Buchs eine Botschaft ans Universum schicken, und signalisieren, dass das die Geschichte der jeweiligen Helden ist, und nicht die eigene. Ob´s hilft? Keine Ahnung …

Sabine: Würde ich daran glauben, könnte ich keine Krimis schreiben. Aber einmal sind mir doch Zweifel gekommen. In „Der gestohlene Engel“ wird der Protagonistin bei einem Einbruch der Schmuck ihrer Mutter gestohlen. Allerdings erhält sie ihn zum Schluss zurück. Kurz nachdem ich dieses Manuskript beendet hatte, wurde bei uns eingebrochen und mir wurde auch der Schmuck meiner Mutter gestohlen. Leider warte ich bis heute darauf, ihn wiederzubekommen.

Claudia: Das ist wirklich etwas gruselig….

Gabriella: Ich glaube fest daran, dass der Schmuck wieder zu dir zurückkommt! Vielleicht aber in einem anderen „Sinn“ als du ihn erwartest …


Claudia: Habt ihr einen Schutzengel, Talisman oder ähnliches?

Sabine: Ich habe Glücksteine, ganz unterschiedliche. Und einen Schutzengel. Der ist ganz wichtig.

Gabriella: Ich besitze sogar mehrere Schutzengel.

Claudia: War ja irgendwie klar, nachdem zu so ein ängstlicher Mensch bist :) Was denn für welche?

Gabriella: Einen selbst gekauften, und einige andere, die ich geschenkt bekommen habe. Einer „sitzt“ auf meinem Nachttisch (und wird auf Reisen mitgenommen), der andere „wohnt“ in meinem Portemonnaie.


Claudia: Kommen wir auch schon zur letzten Frage: Immer mal wieder lese ich etwas über das so genannte „Krimi-Dinner“. Habt ihr daran schon mal teilgenommen?

Sabine: Nein, leider noch nicht.

Gabriella: Ja, an einem so genannten Mafia-Dinner. Das war insofern toll, weil alle Gäste selbst gemachtes italienisches Essen mitgebracht haben, und sich beim Spielen kuriose Versprecher, wie z. B: „Stehlampe“ anstelle von „Schlampe“ ergeben haben, weil jeder versucht hat, mit italienischem Akzent zu sprechen. Da ich für solche Spiele aber weitgehend unbegabt bin (siehe oben) hatte ich zum Glück nur eine kleine Rolle ;-)
Kann ich aber jedem, der zu so etwas Lust hat, wärmstens empfehlen – es war nämlich ein äußerst amüsanter kulinarischer Abend!


Claudia: Dann sage ich zum Abschluss: Herzlichen Dank, dass ihr euch so lange Zeit für diese Gespräch genommen und Rede und Antwort gestanden habt. Es hat mir viel Spaß gemacht!

Sabine und Gabriella aus einem Munde: Uns auch!


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Ich hoffe, das Interview hat euch genauso viel Spaß wie mir gemacht! Wer sich nun denkt: "Tolle Autorinnen, ich muss unbedingt mal ein Buch von denen lesen!" oder "Ich liebe diese Autorinnen und kann von Ihnen nicht genug bekommen!", der sollte einfach heute Abend nochmal auf meinem Blog vorbei schauen :)


Kommentare:

  1. Uiii das war lang. Aber super schön. Ein tolles Interview, das wirklich Freude macht zu lesen!!

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  2. Super super schön!!! Ein tolles Interview! Und ich oute mich auch mal....gestern Abend habe ich "Inga Lindström" geguckt! ;)

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  3. So ein supertolles Interview! Dankeschön dafür. :)

    LG
    Sabine

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