Montag, 9. Juli 2012

[Rezension] Raabe, Marc - Schnitt

Wenn die Vergangenheit dich wieder einholt, du dich aber nicht an sie erinnern kannst, dann hast du ein Problem, ein großes sogar! So ergeht es auch Gabriel. Als kleiner Junge hat er einen grausamen Mord beobachtet. Als nun seine Freundin Liz von einem Psychopathen entführt wird, spielt dieser auf genau dieses Verbrechen an, welches knapp 30 Jahre zurück liegt. Gabriel kann seine Freundin nur retten, wenn ihm die Geschehnisse wieder einfallen, aber seine Erinnerung bleiben trüb und erst recht die dringend benötigten Details fallen ihm einfach nicht ein.


Der Titel zum Debütroman von Marc Raabe könnte passender nicht sein. Schnitt - gravierende Einschnitte im Leben eines kleinen Jungen - Schnitt - brutale Messerschnitte am menschlichen Körper - Schnitt. Eine Kurzbeschreibung, die einen fulminanten Psychothriller verspricht, gepaart mit der Aussage von Sebastian Fitzek, dass dieser Roman eine "Alptraum-Gefahr" sei. Was soll da noch schief gehen ...

"Weißt du, es wäre schade, alles zu verraten, diese Angst, diese Ungewissheit in deinen Augen, dieses Zittern, wie eine Kerzenflamme, die nicht weiß, wie viel Wachs noch unter ihr ist. Das ist wunderschön anzusehen." (Seite 281)

Leider kann trotzdem noch so einiges schief. Der Roman fing ganz gut an, aber ein Thriller liest sich anders. Die Handlung an sich und der Schreibstil haben mir gefallen. Das Buch ist in kurze Kapitel aufgeteilt, die fast alle in chronologischer Reihenfolge stehen und hauptsächlich aus drei verschiedenen Sichten präsentiert werden. Da wären Gabriel, dessen Vergangenheit nicht gerade einfach war und welche sich ihm selbst zum Teil nicht offenbart, Liz, seine Freundin und erfolgreiche Journalistin, und David, Gabriels Bruder, dessen Leben extrem durcheinander gerät, nachdem Gabriel sich plötzlich bei ihm meldet. Der Roman lässt sich gut lesen, aber ich konnte keine Verbindung zu einer dieser drei Personen aufbauen. Mir fehlte einfach eine gewisse Tiefe bei der Ausarbeitung der Charaktere, somit konnte ich auch keine Sympathie oder Mitgefühl beim Lesen empfinden.

Marc Raabe hat es geschafft alle Fäden zu einem sinnvollen Ende zu verweben und auch die Aufklärung (Täter und Tatmotiv) waren stimmig und interessant. Trotzdem war der Roman für mich nur Mittelmaß, da so gut wie keinerlei Spannung aufkam. Das ist meiner Meinung nach das größte Manko dieses Debütromans, der mich somit lediglich inhaltlich überzeugen konnte.





Fazit:  Inhaltlich interessant gestaltet, aber ohne große Spannung, daher leider kein Pageturner und nur für Leser zu empfehlen, die Thrillermaterial ohne Nervenkitzel lesen möchten.

  • Broschiert: 448 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. Mai 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548284353
  • ISBN-13: 978-3548284354
  • Verlag:


Kommentare:

  1. Hallo, so unterschiedlich sind die Geschmäcker..Ich fand das Buch total klasse und spannend. Aber das ist ja das Schöne an unseren Blogs; man findet immer unterschiedliche Ansichten..
    Auf meinerm Blog kannst Du auch mal lesen, wie es bei der Lesung von Marc Raabe war,wenn Du Lust hast..

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  2. schöne Rezi wie immer^^
    Das Thema fand ich interessant, aber die LP hatte mich abgeschreckt, fand sie lwg :')
    Werde es wohl jez definitiv nicht lesen.LG :)

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  3. *hihi* So unterschiedlich ist das mit dem Lesegeschmack. Ich fands total spannend und konnte auch mit den Charakteren viel anfangen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Allerdings lese ich auch nicht so gerne Thriller oder gar Horror Sachen, bei denen es zu spannend ist. (Schisser bin *lol*)

    LG
    Lilly

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