Mittwoch, 11. Juli 2012

[Rezension] Schmidt, Heike Eva - Schlehenherz

Vio und Lila sind beste Freundin. Sie erzählen sich alles und haben keine Geheimnisse vor einander. Dieser Meinung war zumindest Lila, bis Vio nach einer Schulfeier verschwindet und am nächsten Tag tot, unter einem Schlehenbaum verscharrt, aufgefunden wird. Sie stellt ihre eigenen Nachforschungen an, die sie ins SchülerVZ führen. Was hat Vio dort getan? Hat sie im sozialen Netzwerk ihren Mörder kennen gelernt? Um diese Spur verfolgen zu können, meldet sich Lila ebenfalls dort an und gerät somit ins Visier des Mörders, der sich schon auf seine nächste Jagd freut.


"Schlehenherz" ist der erste Jugendroman aus der Feder von Heike Eva Schmidt, die viele evtl. schon durch den Roman "Purpurmond" kennen. Bücher, die sich mit jugendlichen Protagonisten und ihrem Umgang mit sozialen Netzwerken und vor allem mit der Gefahr, die damit verbunden sein kann, beschäftigen, gibt es mittlerweile zu Hauf. Trotzdem ist und bleibt diese Thematik weiterhin aktuell und brisant und falls ein solcher Roman es schafft, dass nur eine einzige Person sich vorsichtiger im Internet bewegt, so hat das Buch bereits seine Daseinsberechtigung erlangt.

"liebe vio,
wie wir zuletzt auseinandergegangen sind, kann ich nicht mehr rückgängig machen.
und das wir uns gestritten haben und ich zum Schluss genauso wütend auf dich war, wie du auf mich, kann ich auch nicht mehr gutmachen.
aber ich will versuchen, dir einen letzten freundschaftsdienst zu erweisen: ich werde herausfinden, wer dich getötet hat.
deine lila"
(Seite 60)

Wie bereits erwähnt bietet "Schlehenherz" inhaltlich nicht viel Neues, sondern ruht sicher eher auf den bereits bekannten Ansätzen aus: gute Freundinnen, eins der Mädchen wird ermordet, die Spur führt ins SchülerVZ, das zweite Mädchen "ermittelt", der Mörder wird nun auch auf sie aufmerksam und das Leben des zweiten Mädchens gerät in Gefahr... [Dieses ist übrigens nicht zu viel gespoilert, sondern das verrät schon der Klappentext des Buches - nur falls sich jemand Sorgen machen sollte :)]. Das hat man so wirklich schon oft gelesen und es gibt auch keine außergewöhnlichen Ideen oder Überraschungen, die den Roman inhaltlich von den anderen abheben.

Was mir jedoch sehr gut an diesem Jugendbuch gefallen hat, war der Aufbau des Romans und der Schreibstil. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und die Autorin schafft es gekonnt verschiedene Atmosphären zu erzeugen. So ist der Roman spannend (auf einem Niveau für Jugendliche) und lässt einen mitfiebern, aber er ist auch gefühlvoll und bewegend, z.B. wenn Lila weiterhin Emails an Vio schreibt, da sie mit dem Verlust einfach nicht umgehen kann. Durch einige Rückblenden erhält der Roman zusätzlich noch ein paar humorvolle Aspekte. Diese Mischung hat für ein tolles Leseerlebnis gesorgt.

Der Roman wird meistens aus Lilas Sicht geschildert, die die Protagonistin des Romans ist. Zwischendurch fließen jedoch auch Kapitel und Absätze ein, die die Perspektiven eines Mitschülers, der Kommissarin und des Täters selbst aufzeigen. Dieses hat dem Roman den nötigen Schwung verliehen und ermöglicht dem Leser, die verschiedenen Charaktere und ihre Einstellungen noch besser kennen zu lernen. Schmidt ist es indes auch gelungen, allen wichtigen Personen in ihrem Roman die nötige Tiefe zu vermitteln und sie toll auszuarbeiten. Das Buch hat zwar nur eine Länge von 238 Seiten, aber trotzdem schafft sie es, dass der Leser sich den Charakteren nahe fühlt.




Fazit:  Ein toller Jugendroman über die Gefahren von sozialen Netzwerken, der durch den tollen Schreibstil der Autorin überzeugt.
  • Broschiert: 238 Seiten
  • Verlag: Ueberreuter (Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3800056704
  • ISBN-13: 978-3800056705
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag:


1 Kommentar:

  1. Schöne Rezension. Das Buch klingt ziemlich spannend und ich finde es toll, dass es soziale Netzwerke thematisiert. Ich hab es auch schon auf dem Wunschzettel.

    Liebe Grüße, Diti

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