Dienstag, 11. März 2014

[Die Story hinter dem Buch] Hertz, Anne - Die Sache mit meiner Schwester

heute:



Hertz, Anne -  Die Sache mit meiner Schwester

 



Unser neuer Roman „Die Sache mit meiner Schwester“ handelt von den Geschwistern Nele und Heike, die unter dem Pseudonym „Sanne Gold“ erfolgreiche Frauenromane schreiben ... „Aha!“, wird da mancher jetzt vielleicht denken, „Wiebke Lorenz und Frauke Scheunemann schreiben also über sich selbst!“

Ja. Und nein.


Denn genau genommen ist „Die Sache mit meiner Schwester“ so etwas wie eine Persiflage auf unser richtiges Leben. Tatsächlich schreiben wir ja schon seit 2005 zusammen unter dem Namen „Anne Hertz“, das neue Buch ist bereits unser neunter Roman, wenn wir unsere Kinderbücher „Juni und ich“ dazu nehmen sogar schon unser elfter. Genau wie bei Heike und Nele liegen zwischen uns zweieinhalb Jahre (Frauke ist 44, Wiebke 42), darüber hinaus hat Frauke mehrere Kinder (allerdings vier und nicht wie im Roman drei), wohnt in den Hamburger Elbvororten, während Wiebke bis vor kurzem kinderloser Single war (das hat sich inzwischen geändert, ihre Tochter ist gerade ein Jahr alt geworden). Tja, und welche Übereinstimmungen es noch zwischen „Die Sache mit meiner Schwester“ und unserem Leben gibt – darüber dürfen die Leser gern rätseln :-)


Wie kam es zu der Idee?

Zum einen entstand die Idee, weil wir einfach mal etwas GANZ ANDERES machen wollten. Also, jetzt kein Psychothriller (die schreibt Wiebke ja schon im Alleingang) oder eine Geschichte mit Tieren (das ist ja bisher Fraukes Solo-Metier), aber wir wollten etwas schreiben, das sich von den bisherigen Anne-Hertz-Romanen deutlich abhebt. Schließlich sind wir beide in den vergangenen Jahren ein bisschen älter (und vielleicht auch weiser? :-)) geworden, unsere Lebensumstände und unsere Interessen haben sich verändert – da stand uns der Sinn nach einer Geschichte, bei der wir uns sehr persönlich einbringen und bei der es um „mehr“ geht als die Liebe. Wer genau von uns auf die Idee kam, wissen wir gar nicht mehr so genau, aber auf einmal stand das Schwesternthema im Raum, und wir waren beide sofort Feuer und Flamme. Keine Sorge, um die Liebe geht es natürlich auch, aber im Vordergrund stehen die doch sehr ungleichen Schwestern Heike und Nele und die Probleme, die sie miteinander haben.

© Melanie Dreysee

Heike und Nele mögen sich nicht – und Wiebke und Frauke?

Sagen wir mal so: Als Schwestern hängen wir schon sehr aneinander, ein paar Jahre lang haben wir sogar im selben Haus gewohnt, eine ist der anderen immer hinterhergezogen. Aber wenn wir behaupten würden, dass wir uns noch nie gestritten haben – dann wäre das gelogen. Gerade bei der gemeinsamen Zusammenarbeit kracht es manchmal ganz schön zwischen uns, da werden auch mal Türen geknallt oder Telefonhörer aufgelegt. Allerdings haben wir uns im Gegensatz zu Heike und Nele bisher immer wieder miteinander vertragen, spätestens, wenn der Abgabetermin für einen neuen Roman näher rückt und wir einfach wieder miteinander auskommen MÜSSEN. Denn, das verraten wir an dieser Stelle, während Heike und Nele in „Die Sache mit meiner Schwester“ ihre Bücher schon längst nicht mehr selber schreiben, sondern die Arbeit einem Ghostwriter überlassen, hauen wir natürlich noch höchstpersönlich und gemeinsam in die Tasten. Und der furchtbar peinliche Aufritt, den Nele und Heike zu Beginn der Geschichte in einer Talkshow haben – der wird uns im echten Leben hoffentlich nie passieren!


Wie sah die gemeinsame Arbeit aus?

Zwischen Heike und Nele gibt es viele Konflikte, da spielen Konkurrenzkampf und Neid, aber auch verletzte Gefühle, die bis weit in die Kindheit zurückreichen, eine Rolle. Für uns eine extrem persönliche Arbeit, denn schließlich können wir viele der Spannungen, die es zwischen unseren Hauptfiguren gibt, gut nachempfinden (so, wie das wohl jeder kann, der Geschwister hat). Und, klar: Wir sind beide sehr ehrgeizig, und genau wie bei Nele und Heike gab es auch bei uns schon die Diskussion darüber, wer denn wohl die bessere Autorin ist – zu einem Ergebnis sind wir bisher aber noch nicht gekommen. Vielleicht wissen wir es ja nach dem nächsten Buch :-) Für „Die Sache mit meiner Schwester“ haben wir in Kindheitserinnerungen gekramt (die lustiger Weise von uns beiden zum Teil total unterschiedlich wahrgenommen wurden), uns dabei manchmal schlapp gelacht – oder auch mal in Nostalgie geschwelgt. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, vor allem, weil wir uns immer mal wieder erlaubt haben, uns selbst auf die Schippe zu nehmen. Wahr ist zum Beispiel die Geschichte im Roman, dass eine von uns (Frauke) als Jugendliche im Zimmer der anderen (demnach Wiebke) eine Rauchbombe gezündet hat. Vorangegangen war diesem Attentat ein heftiger Streit über ein verlorenes Monopoly-Spiel, bei dem wir uns gegenseitig mit hölzernen Clogs bewarfen; das fulminante Finale gipfelte darin, dass Frauke durch eine gläserne Tür flog, die dabei zu Bruch ging. Das Ergebnis: Stubenarrest von unseren Eltern und so lange kein Taschengeld, bis die kaputte Tür abgestottert war ...

Die Sache mit meiner Schwester ...


Wie gesagt, im Gegensatz zu Heike und Nele sprechen wir sehr wohl noch miteinander und werden wohl auch noch einige Jahre zusammen schreiben. Jedenfalls, wenn die Leser unsere Bücher weiterhin mögen. Als Schwestern bleiben wir sowieso immer miteinander verbunden, denn nicht nur, dass Blut dicker ist als Wasser – es gibt doch nichts Schöneres, als wenn die Schwester auch gleichzeitig die beste Freundin ist! Auch, wenn man sie hin und wieder mit einer Rauchbome in die Luft jagen will :-)
 
geschrieben von Wiebke Lorenz und Frauke Scheunemann



  • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: Pendo (10. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866123639
  • ISBN-13: 978-3866123632





Kommentare:

  1. Ich hatte mich schon gefragt, wieviel Anne Hertz tatsächlich in der Geschichte steckt. Sehr interessanter Beitrag. :-) Ich habe sogar zwei Schwestern, aber leider sind wir so verschieden, dass wir wirklich nur familientechnisch miteinander Kontakt haben, aber beste Freundinnen würden wir nie werden.

    AntwortenLöschen
  2. Sehr interessant =) Ich habe mir auch schon Gedanken darüber gemacht wie viel Wahres in dieser Geschichte steckt! ;) Ich habe die Leseprobe bei LB gelesen und fand es wieder unheimlich gut! Ich freu mich schcn total auf das Buch!
    LG
    Martina

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Claudia, also ich habe zwei Schwestern und mit meiner jüngeren war ich mehr zusammen und da knallte es ja auch ab und zu :) ich habe ja noch einen Bruder, ja, und wir sind alle so unterschiedlich, ich trage sie im Herzen, aber so richtige Freundinnen sind wir nicht, also auch so familientechnisch Kontakt eben :)
    Ein toller Beitrag, interessant und sehr genial, das kommt sicher sehr gut in viele Hände zum Lesen ;) Ich bin schon sehr gespannt, auf diese tolle Geschichte, vielleicht finde ich mich mit meiner jüngeren Schwester darin :)
    Ich mache auch Rezensionen und freue mich über jedes Buch, habe ja schon mal eines über Schwestern gelesen und auch ein video Rezension gedreht! Vielleicht magst du mal vorbeischauen, stehe noch am Anfang!
    Es macht mir wirklich sehr viel Spass!
    LG & Tschüss

    AntwortenLöschen
  4. Hey Claudia,

    ein toller Beitrag. Das Buch liegt bei mir auf der Wunschliste auch schon herum. :-)
    Danke für diesen Hintergrund. :-)

    Lg Mel

    AntwortenLöschen