Freitag, 14. März 2014

[Rezension] Beckett, Simon - Stone Bruises (dt. Der Hof)

Sean hatte sich dafür entschieden England hinter sich zu lassen und nach Südfrankreich zu gehen. Allerdings geht seine Flucht vor der Polizei dort weiter und während dieser zerfetzt er sich seinen Fuß, als er in eine Eisenfalle tritt. Mathilde und Gretchen finden Sean dort bewusstlos auf und bringen ihn auf den heruntergekommenen Hof ihres Vaters, der keine Fremden duldet. Sean, der mit seinem verletzten Fuß ans Bett gefesselt ist, sieht sich dem tyrannischen Arnaud und der verführerischen Gretchen hilflos ausgeliefert aus. Nur Mathilde scheint einen normalen, freundlichem Umgang mit ihm zu pflegen. Allerdings schwebt ein dunkles Familiengeheimnis über das Anwesen.

Ich möchte vorweg nehmen, dass ich bisher nur "Die Chemie des Todes" von Simon Beckett gelesen habe. Somit habe ich keinen Roman im "David Hunter"-Stil erwartet. Des Weiteren muss ein Thriller für mich nicht aus zahlreichen, blutigen Szenen oder reichlich Leichen bestehen, um überzeugen zu können. Was Simon Beckett jedoch mit seinem neuen Roman abgeliefert hat, war für mich eine komplette Enttäuschung und wie ein solcher Roman im Thriller-Genre veröffentlicht werden kann, erschließt sich mir absolut nicht. Natürlich schreibt Beckett einen Bestseller nach dem Nächsten, aber ein guter Name allein macht nicht automatisch aus jeder x-beliebigen, langweilig geschriebenen Story einen guten Roman.
dt. Ausgabe

"Der Hof" hätte theoretisch enorm viel Potential haben können. Ein Protagonist, der aus unbekannten Gründen auf der Flucht ist, und auf einem abgelegenen Hof aufgepäppelt bzw. vielleicht sogar festgehalten wird. Dazu reichlich verquere Charaktere, die scheinbar ein Familiengeheimnis hüten. Das ganze Geschehen spielt sich in einem räumlich recht eingeschränkten Umfeld ab, was dazu hätte führen müssen, dass sich unterschwellig eine spannungsgeladene Atmosphäre entwickelt. Passiert ist dieses jedoch nicht,

Meiner Meinung nach hat Beckett bei diesem Roman nichts richtig gemacht. Die Geschichte ist zäh, einfallslos und in großen Teilen vorhersehbar. Eine fesselnde Handlung existiert einfach nicht, von einem ausgearbeiteten Spannungsbogen oder gar einem fulminanten Abschluss ganz zu schweigen. Ich habe mich selten bei einem Buch derart gelangweilt. Ein Roman ohne mitreißende Atmosphäre und ohne spannende Handlung -so wie dieser- verdient das Prädikat "Thriller" einfach nicht, da es irreführend ist und das Buch absolut nicht hält, was diese Aussage verspricht.

Fazit: "Der Hof" ist ein Roman, bei dem es mir wirklich schwerfällt eine geeignete Zielgruppe zu finden. Einzig Leser, die sich normalerweise an seichter Frauenliteratur erfreuen und für die ein Beziehungs-Aus in einem Roman bereits zu viel Herzrasen verursacht, könnten es evtl. einmal mit diesem Buch versuchen. Jedem Thriller-Liebhaber, der sich fesselnd und mitreißend unterhalten lassen möchte, der eine ausgefeilte Story und eine spannungsgeladene Atmosphäre erleben möchte, rate ich auf Schärfste von diesem Roman ab, der für mich eins der langweiligsten, unspektakulärsten und enttäuschendsten Bücher seit Langem war.

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Bantam Press (30. Januar 2014)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0593073290
  • ISBN-13: 978-0593073292





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