Sonntag, 30. März 2014

[Rezension] Strobel, Arno - Abgründig

Als Tim sich für ein Bergcamp anmeldete, hoffte er darauf tolle Ausflüge rund ums Bergsteigen zu erleben. Tatsächlich verläuft der Beginn jedoch sehr lahm, da zunächst Theorie und Trockenübungen mit den Campteilnehmern an der Tagesordnung stehen. Spontan entscheidet er sich dazu sich einer kleinen Gruppe anzuschließen, die auf eigene Faust eine Tour auf die Zugspitze plant. Als kurz nach dem Aufbruch das Wetter umschlägt, kippt die Stimmung und der spaßige Ausflug fällt sprichwörtlich ins Wasser. Die Gruppe rettet sich vor dem fürchterlich Unwetteren in einen Unterschlupf. Schnell spitzt sich die Situation zu und nach einer unruhigen Nacht volle Vorwürfe und reichlich Alkohol fehlt von einem der Teilnehmer jegliche Spur. Lediglich eine Blutlache ist geblieben.

"Abgründig" ist der erste Jugendroman aus der Feder des deutschen Thrillerautors Arno Strobel. Er siedelt seinen Roman fast ausschließlich in einer verlassenen Berghütte inmitten eines verheerenden Sturms an. Sein Protagonist Tim ist gleichzeitig Ich-Erzähler und ein sehr glaubwürdiger Charakter, dessen Reaktionen durchweg nachvollziehbar sind.

Der Einstieg in den Roman gelingt problemlos und Strobel hat sich eine Gruppe aus teilweise sehr interessanten Personen, teilweise aber auch etwas fader Nebenfiguren ausgedacht. Deren Verhalten in der geschilderten Extremsituation fand ich recht authentisch. Der Autor zeigt auf, wie schnell Verdächtigungen einer Person meinungsbildend werden können und dass es oft leichter ist sich einer "Meute" anzuschließen, als einen eigenen Standpunkt zu vertreten. Dieser Ausblick in die Psyche der Teenager hat mir durch seine Glaubwürdigkeit gefallen.

Hingegen konnte mich der Spannungsaspekt nicht überzeugen. Der Roman beginnt zwar mit einem interessanten Prolog, der die Stimmung anheizen soll, aber die erhoffte Atmosphäre (vor allem in der Berghütte) blieb nahezu aus. Selbstverständlich habe ich mich gefragt, was mit der vermissten Person passiert ist und woher die Blutlache stammt, aber das Buch wurde dadurch nicht zu einem Pageturner und die Auflösung des Romans hat meinen persönlichen Geschmack nicht getroffen.

Fazit: Ein mittelmäßiger Roman, dem leider das Mitreißende fehlt. Die Idee an sich ist ebenfalls nicht neu und das Potential der Geschichte durch die Handlung in einer abgelegenen Berghütte garniert mich reichlich Spannungen zwischen den Jugendlichen wurde nicht ausgeschöpft.


  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Loewe (10. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785578644
  • ISBN-13: 978-3785578643
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag:




Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    das hast du im Fazit wunderbar ausgedrückt denn genauso ging es mir ebenfalls! :)
    LG Ela

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  2. Ach wie schade, ich war ganz begeistert. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich sonst keine Thriller lese, vielleicht ist mein Erwartungsbogen daher nicht so hoch, wie spannend es sein muss, denn ich fand es richtig toll spannend :)

    Aber es ist ja gut, wenn Geschmäcker so verschieden sind :)

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