Dienstag, 22. April 2014

[Rezension] Gae Polisner - Der Sog der Schwerkraft

Nick sitzt in einem Hotelzimmer in Rochester. Im Zimmer nebenan wartet die unberechenbare Jaycee auf ihn und eigentlich weiß Nick gar nicht, wie es zu diesem ungewöhnlichen Road-Trip kam... Sein Dad hat die Familie für eine Wanderung zum Zwecke der Selbstfindung verlassen, sein bester Freund Scoot kämpft ums Überleben und Jaycee hat sich in den Kopf gesetzt, Scoot einen letzten Wunsch zu erfüllen, der die beiden nach Rochester verschlagen hat, um dort mit sehr mageren Informationen eine bestimmte Person zu suchen.


Beim Roman "Der Sog der Schwerkraft" fiel mir der Einstieg nicht gerade leicht. Die Handlung wird durch den jugendlichen Ich-Erzähler Nick geschildert und die gewählte Sprache hat mir nicht wirklich zugesagt. Die ersten 50-60 Seiten habe ich tatsächlich mehrfach darüber nachgedacht, den Roman abzubrechen. Im Endeffekt habe ich das Buch dann doch beendet, aber begeistern konnte es mich nicht - von den positiven Urteilen der euphorischen Kritiken aus den USA habe ich nichts gespürt.

Jaycee ist eine interessante Figur, die etwas über den unsicheren und blassen Nick hinwegtröstet. Auch der Grund für die Reise der beiden ist noch recht nachvollziehbar und birgt Potenzial. Ansonsten bietet das Buch jedoch recht wenig. Der Road-Trip ist kein wirklicher Road-Trip, sondern eine direkte Reise nach Rochester. Dort geschehen viele Dinge, die für mich lediglich die Handlung gestreckt haben, aber keinen Inhalt boten. Vieles ist sehr konstruiert und unglaubwürdig. Es fällt mir zum Beispiel sehr schwer zu glauben, dass zwei Menschen seelenruhig weiter in einem Bus schlafen, während diesem zwei Reifen platzen, der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verliert und der Bus nur durch den Aufprall gegen einen Baum nicht eine Böschung hinabstürzt. Bei weiteren Szenen hatte ich das Gefühl, dass die Autorin unbedingt Humor zeigen will. Dieses gelingt jedoch oft nicht und somit wirkten diese Passagen gekünstelt und irritierend.

Fazit: Das Jugendbuch besitzt lediglich 256 Seiten, aber es hätte trotzdem gut gekürzt werden können, denn inhaltlich bietet es wesentlich weniger. Die Sprache ist anfangs ungewohnt, unrealistische Handlungen verderben den Lesespaß und eine Atmosphäre kommt nicht wirklich auf. Ein Hauch Freundschaft und ein Hauch Liebe treten in Erscheinung, etwas Erwachsenwerden ist zu finden, aber für einen guten Roman reicht das nicht aus.

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: cbj (31. März 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3570154025
  • ISBN-13: 978-3570154021
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
  • Originaltitel: THE PULL OF GRAVITY
  • Verlag:



Kommentare:

  1. Ich würde gerne Alte Fotoalbenen und Tagebücher auf dem Dachboden finden um mehr über meine Vorfahren zu erfahren.

    Viele Grüße
    Rebecca

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  2. @ Anonym: Wer möchte das nicht? Aber in meinem Fall gibt es nicht mal einen Dachboden, auf dem ich danach suchen könnte.

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