Dienstag, 10. Juni 2014

[Die Story hinter dem Buch] Mechthild Lanfermann - Wer ruhig schlafen kann


heute:



Mechthild Lanfermann - Wer ruhig schlafen kann

 


Wer ruhig schlafen kann – ist der dritte Band in der Reihe um die Radioreporterin Emma Vonderwehr. Die Figur der Emma spukte mir schon lange im Kopf herum, da ich selbst seit vielen Jahren Radio mache und eine Ermittlerfigur aus diesem Milieu spannend fand – eine junge Frau, die ein paar dunkle Flecken in ihrer Vergangenheit hat und neu nach Berlin kommt. Hier arbeitet sie als Polizeireporterin in einem Berliner Radiosender, begnügt sich meist nicht mit den Verlautbahrungen der Polizei, sondern gräbt selbst in den versteckten Winkeln der Stadt – mal in der jüdischen Geschichte der 30er Jahre, dann im aktuellen braunen Sumpf im Berliner Umland. Dabei stößt sie mit ihrer geradlinigen, auch eigensinnigen Art oft an Mauern, muss sich in einem nicht einfachen Kollegenkreis durchsetzen und verliebt sich in einen Berliner Hauptkommissar – auch der ist kein leichter Charakter.

Im dritten Band vertritt Emma für ein paar Urlaubswochen im Sommer den Gerichtsreporter ihrer Radiowelle. Verhandelt wird vor Gericht der Mord an Hilke, einer jungen Obdachlosen, ein trauriger alter Penner soll sie umgebracht haben. Um mehr zu erfahren, begibt sich Emma in die Welt der jungen Obdachlosen, die sich jeden Tag auf dem Alexanderplatz treffen. Sie lernt Jugendliche, fast noch Kinder kennen, die hier betteln, klauen und sich prostituieren und für die es keinen Platz in unserer Gesellschaft zu geben scheint. Immer stärker zweifelt sie an, dass tatsächlich der Alkoholiker Paule an dem Tod des Mädchens Hilke schuld sein soll.  Ihre Recherchen führen sie bis in die Spitzen der Berliner Wirtschaft und sie fragt sich, was das junge obdachlose Mädchen mit einem Vorstandsvorsitzenden einer Berliner Unternehmensberatung zu tun hatte…

© Arne Siemeit
Auf meinen Lesungen werde ich häufig gefragt, was an meinen Geschichten wahr ist und was erfunden. Das ist für mich manchmal gar nicht so einfach zu beantworten. Denn natürlich schreibe ich Fiktion, die eigentliche Handlung folgt dann den Gesetzen der Spannungsdramaturgie. Aber die Figuren und die gesellschaftlichen Hintergründe sind in der Regel genau recherchiert, da kommt dann doch wieder mein Beruf als Journalistin durch. So gibt es für den Bauunternehmer aus dem ersten Band, der in den 30er Jahren in Berlin neue Wege gehen wollte, ein historisches Vorbild, ebenso wie die Neonazis aus Brandenburg nicht nur erfunden, sondern eher der Realität nach-empfunden sind. Im dritten Band geht es um Arbeitswelten – an dem einen Ende stehen die jugendlichen Obdachlosen vom Alex, die sich dem Druck der Gesellschaft, zu funktionieren, freiwillig oder notgedrungen total entziehen. Am anderen Ende dieser Werteskala stehen die High Potentials in den großen Unternehmensberatungen, deren einziges Ziel es ist, den Gewinn zu steigern. Auch hier habe ich lange recherchiert und falls die Frage aufkommt: Ja, auch die medizinischen Experimente haben ich mir nicht ausgedacht.




geschrieben von Mechthild Lanfermann



  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (9. Juni 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442747244
  • ISBN-13: 978-3442747245




Kommentare:

  1. Klingt sehr interessant. Kannst du diese Reihe empfehlen?

    LG
    Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Sabine,
      ich habe selbst leider noch keins der Bücher gelesen :(
      LG Claudia

      Löschen
  2. Alle drei Krimis sind sehr gut zu lesen und dramatisch schön aufgebaut. Unbedingt empfehlenswert!

    AntwortenLöschen