Mittwoch, 30. Juli 2014

[Rezension] Gurian, Beatrix - Stigmata: Nichts bleibt verborgen

Emmas Mutter verstarb vor Kurzem bei einem Autounfall. Das dachte Emma zumindest, bis sie ein mysteriöses Päckchen mit einer Schwarz-Weiß-Fotografie ihrer Mutter im Kleinkindalter erhält, versehen mit dem Hinweis, dass ihre Mutter ermordet worden sei und Emma das Verbrechen aufklären könne, indem sie in einem abgelegenen Jugendcamp nach Antworten suche. Emma bricht tatsächlich auf, um die Täter zu suchen, und entdeckt in einem heruntergekommenen Schloss zahlreiche alte, verstörende Fotografien, Hinweise auf eine schockierende Vergangenheit und etliche merkwürdige Situationen und Personen.

Der Roman wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Zum einen berichtet Emma, als Ich-Erzählerin, über ihre Erlebnisse im Jugendcamp und in eingeschobenen Kapiteln über die vergangenen sechs Wochen, bevor sie ins Camp aufbrach. Zum anderen hat die Autorin Kapital eines auktorialen Erzählers eingebaut, in denen es um Emmas Mutter geht, die eine Zeit ihres Lebens in dem Schloss verbracht hat, in dem sie selbst nun das Jugendcamp besucht. Diese Mischung fand ich sehr interessant, da alles zusammen ein tolles Gesamtbild ergeben hat. Optisch ist der Roman ebenfalls sehr gelungen, da neben dem schicken Cover und einem Lesebändchen auch einige Fotos von Erol Gurian die Seiten zieren und sich perfekt in die Geschichte integrieren.

Das beiliegende  Lesezeichen beinhaltet ein Blurb von der Autorin Krystyna Kuhn, die den Roman als "beklemmend, nervenzerreißend, einfach nur dämonisch gut" bezeichnet hat. Auf genau diese Faktoren hatte ich mich gefreut und ich habe sie fast durchgängig präsentiert bekommen. Schnell war ich gefangen von der sympathischen Protagonistin, ihrer anfänglichen Verlorenheit nach dem Tod ihrer Mutter, ihrem erwachten Kampfgeist und ihrem Engagement, das mögliche Verbrechen aufzuklären. Gurian ist es gelungen eine unheimliche Atmosphäre zu erschaffen und mich des Öfteren auf eine falsche Fährte zu locken. Die Autorin hatte tolle Ideen für ein gruseliges Setting und führte die Handlungsstränge gekonnt zusammen.

Einziger Kritikpunkt von mir ist, dass ich mir noch etwas mehr von der beklemmenden Stimmung und des Grusel-Gänsehaut-Faktors gewünscht hätte, denn dieses Feeling konnte sich nicht durchgängig bei mir festsetzen. Trotzdem hat mich dieser Jugendthriller sehr gut unterhalten und für spannende Lesestunden gesorgt.



Fazit: Ein Thriller für Jugendliche, der in einem unheimlichen Setting spielt, tolle Ideen der Autorin beinhaltet, leider nicht durchgängig eine mysteriöse Atmosphäre besitzt, aber doch größtenteils Spannung und Unvorhergesehenes präsentiert.

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Arena (Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401069993
  • ISBN-13: 978-3401069999
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Verlag:



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