Freitag, 12. Februar 2016

[Rezension] Jordan, Sophie - Infernale (1/2) Infernale

Die Genforschung in den USA wird immer weiter vorangetrieben. Im Zuge dessen wird das Homicidal Tendency Syndrome (HTS) entdeckt. Träger dieses Gens gelten als extrem gewalttätig und haben eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit im Laufe ihres Lebens zum Mörder zu werden. Im Jahre 2021 wurden über 80% aller Morde von HTS-Trägern verübt. Aufgrund dessen werden flächendeckende Test durchgeführt, um potenzielle Risiken zu erkennen und die Bevölkerung vor diesen Gefahren zu schützen. Davy wohnt in einem ruhigen Stadtteil, hat keinen Kontakt zu HTS-Trägern und lebt gerne in dieser beschützenden Blase - bis sie positiv auf HTS getestet wird.

Sophie Jordan, eine amerikanische Autorin, die vielen sicherlich bereits durch ihre Firelight-Trilogie ein Begriff ist, legt nun mit einem Jugendbuch-Zweiteiler nach. Infernale ist der Auftakt um die junge Protagonistin und Ich-Erzählerin Davy Hamilton, die sich im letzten Schuljahr befindet. Ihr Leben ist eigentlich perfekt: Ein intakter Familienverbund, tolle Freunde, einen süßen und beliebten Freund und da sie ein musikalisches Wunderkind ist und auch ihre anderen schulischen Leistungen überragend sind, wurde sie bereits an der Juilliard, DAS Musikkonservatorium in New York City, angenommen. Doch dann wird sie als HTS-Trägerin identifiziert, was zunächst niemand wahrhaben will, denn Davy ist absolut behütet aufgewachsen, bisher nie mit Gewalt in Berührung gekommen, geschweige denn selbst welche ausgeübt zu haben. Doch schnell breiten sich diese neuen Erkenntnisse aus und Davy gerät in eine soziale Abwärtsspirale. Was bleibt ihr als HTS-Trägerin noch von ihrem alten Leben?

Seit der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2015 weiß ich, dass dieses Buch erscheinen wird und war unglaublich gespannt. Zum Glück konnte Infernale ohne Probleme meine hohen Anforderungen erfüllen. Jordan hat einen tollen, flüssigen Schreibspiel, der perfekt zu einem Jugendbuch passt. Da das Geschehen in den USA im Jahre 2021 spielt, fühlt sich das Setting gewohnt an und ich hatte keine Schwierigkeiten in das Buch und die Handlung einzutauchen. Der Leser begleitet die Ich-Erzählerin und ist somit stets hautnah dabei. Ich fand es sehr interessant zu sehen, wie diese Diagnose Davys Leben verändert und wie ihr Umfeld nun auf sie reagiert. Außerdem war ich gespannt zu verfolgen, was die Gesellschaft im Allgemeinen  von den HTS-Trägern hält, wie sie mit den Menschen, die dieses Mörder-Gen tragen, umgehen und wie die Regierung mit diesen potentiellen Killern verfährt. Die Autorin hat sich einiges einfallen lassen, das sich sehr realitätsnah anfühlt, denn so etwas könnte tatsächlich in naher Zukunft passieren.

Jordans Ausgangsfrage reizt mich sehr: Inwiefern bestimmt unsere DNA unser Schicksal? Sind wird tatsächlich unseren Genen ausgeliefert? Wird unser Charakter bereits durch die DNA geprägt, so dass wir gar nichts anders sein können, als unsere Gene es uns vorgeben? Davy will dieses jedenfalls nicht akzeptieren. Der Test war positiv. Dieses kann sie nicht ändern. Aber sie will nicht in eine Schublade gesteckt werden, sie will nicht zu einem aggressiven Menschen und sie will erst recht nicht dem Gen Recht geben und zu einer Mörderin werden. Ob ihr dieses gelingt oder nicht, müsst ihr selbst lesen :)


Fazit: Infernale ist eine sehr realitätsnahe Dystopie, die Action und auch ein bisschen Romantik bietet, die perfekt unterhält, aber auch zum Nachdenken über die eigene Identität und das Verhalten der Gesellschaft anregt. Für mich ist dieser Roman ein absolut genialer Auftakt in die zweiteilige Buchreihe um Davy, deren Abschluss voraussichtlich im Februar 2017 im Buchhandel unter dem Titel "Rhapsodie in Schwarz" erhältlich sein wird. Ich bin schon wahnsinnig darauf gespannt, wie es mit Davy weitergehen wird und spreche eine klare Leseempfehlung für diesen Roman aus.


  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Loewe; Auflage: 1 (15. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 378558167X
  • ISBN-13: 978-3785581674
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Originaltitel: Uninvited
  • Gewinnspiel zur Buchreihe
  • Verlag:



Kommentare:

  1. Hallo Claudia,

    mir hat Infernale auch gut gefallen. Ein paar kleine Kritikpunkte hatte ich zwar aber trotzdem ein toller Auftakt. Bin gespannt wie es weitergeht.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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  2. Gut zu wissen, dass der Hype gerechtfertigt ist. Dann kann ich das Buch endlich mit gutem Gewissen auf meine Wunschliste packen! :)

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