Mittwoch, 17. Mai 2017

[Rezension] Barr, Emily - Jeder Tag kann der schönste in deinem Leben werden

Flora ist siebzehn Jahre und leidet seit ihrem zehnten Lebensjahr unter Amnesie. Sie kann sich noch an Dinge vor dem Unfall erinnern, aber ihr Kurzzeitgedächtnis verliert sie alle paar Stunden. Sie versucht mit einem Notizbuch, vielen Post-its und Notizen auf ihren Händen durchs Leben zu kommen, aber sie leidet darunter, dass sie keine neuen Erinnerungen besitzt. Das ändert sich, als sie auf einer Party einen Jungen küsst. Diesen hat sie nicht vergessen, aber leider ist er am nächsten Tag in die Arktis geflogen. Sie möchte ihn unbedingt wiedersehen, denn er hat etwas in ihr ausgelöst, was sie seit sieben Jahren nicht erlebt hat - eine neue Erinnerung wurde gespeichert. Also begibt sich Flora auf eine Abenteuerreise.

Der Roman hat mich zwiegespalten. Es gab Dinge, die fand ich ganz toll, andere wiederum haben dazu geführt, dass ich für das Buch fast zwei Wochen zum Lesen gebraucht habe.

Das Beste am Roman ist meiner Meinung nach die Protagonistin Flora Banks. Authentisch präsentiert die Autorin, wie Flora lebt, wie es sich für sie anfühlt, wenn ihr Gehirn immer wieder zurückgesetzt wird, wie sie auf Veränderungen reagiert, an die sie sich nicht erinnern kann, und dass sie sich immer noch wie ein zehnjähriges Mädchen fühlt. Auch die Reaktion auf ihre neue Erinnerung war glaubhaft, auch wenn die Reise ans Ende der Welt schon sehr viel Mut erfordert. Aber genau das ist Flora: mutig. Eigentlich müsste sie verängstigt und eingeschüchtert sein, aber sie hat Lust die Welt zu entdecken und versucht alles, um den Jungen zu finden, der etwas in ihrem Gehirn ausgelöst hat. Sie möchte ihr Leben selbst bestimmen und nicht von der Krankheit dominieren lassen.

Ich kann nicht sagen, ob ich den Schreibstil mochte oder nicht. Die Autorin arbeitet mit vielen kurzen Sätzen und muss sich ständig wiederholen, da die Handlung in der Ich-Form erzählt wird und man als Leser somit jedes Gehirn-Reset mitbekommt und Flora dabei beobachtet, wie sie erneut Informationen sammelt, die sie verloren hat. Durch die Art erhält man wirklich ein Gefühl dafür, wie Flora sich fühlen muss. Manchmal ist es jedoch auch etwas anstrengend, da sich eben sehr vieles wiederholt.

Auch die Handlung hat mich hin- und hergerissen. Es gab Passagen, die ich total klasse fand, dann aber wieder Teile, die mir nicht zugesagt haben. Die erste Auflösung fand ich zum Beispiel nicht so toll, aber dann hat mich die Autorin am Ende noch überrascht und dieses fand ich dann wiederum spannend und gut gelöst.

Fazit: Mit diesem Buch war es wirklich ein Hin und Her. Ich habe Flora lieb gewonnen, auch wenn mir nicht alles am Roman zugesagt hat. Ich vergebe daher 3,5 Sterne, die ich ganz, ganz knapp noch auf 4 Sterne aufrunde.

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (23. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 384144007X
  • ISBN-13: 978-3841440075
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Verlag:


Liebe Grüße,
Claudia

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