Dienstag, 6. Februar 2018

[Die Story hinter dem Buch] Jürgen Seibold - Spritztour

[Werbung] Da ich Buch-Cover mit einer Verlinkung zu Amazon einbaue (Affiliate-Link) und aus Überzeugung gerne Verlage, Autoren etc. verlinke, kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und ihn aus freien Stücken veröffentliche.


heute:


Jürgen Seibold - Spritztour

 


Wie schon in seinem vierten Fall „Pferdefuß“ wird Kommissar Eike Hansen mit einem Teil seiner niedersächsischen Vergangenheit konfrontiert – während er es damals mit einigen alten Kollegen zu tun bekam, wird diesmal ein Stück weit ein Geheimnis gelüftet, das seinen verstorbenen Vater umgibt.

„Spritztour“ – der sechste Fall für Kommissar Hansen

Es ist Ende April, und bestes Wanderwetter sorgt für Hochbetrieb auf dem Tegelberg bei Füssen. Auch Kommissar Eike Hansen quetscht sich zu den vielen anderen Ausflüglern in die Kabine der Seilbahn, und eigentlich kann es ihm und seiner Verlobten Resi gar nicht eng genug sein: Sie schwelgen in den Vorbereitungen für ihre überfällige Hochzeit. Nur der Typ mit dem Schnauzbart, der sich zwischen Resi und die Kabinenwand gedrängelt hat und sich nun immer stärker gegen Resi lehnt, stört die Idylle. Als oben endlich alle die Seilbahn verlassen können, wird klar, welches Problem der Schnauzbart hatte: Er ist während der Fahrt hinauf gestorben, und eine Einstichstelle an seinem Hals deutet auf Giftmord hin. Nicht nur, dass damit der Bergausflug für Hansen und Resi beendet ist: Eine der Spuren, auf die Hansens Kripoteam stößt, deutet auf einen Geheimdienst hin – und führt weit in die Vergangenheit. In eine Vergangenheit, die mit Hansen mehr zu tun hat, als er ahnt.

So schön liegt Hansens Bauernhof bei Füssen - leider ist er frei erfunden.
(c) Jürgen Seibold

Hansen – und wer sonst noch meine Allgäukrimis bevölkert

Klassische Hauptfigur ist natürlich Kommissar Eike Hansen, der vor knapp fünf Jahren von der Kripo Hannover nach Kempten wechselte und dort die Leitung des Kommissariats 1 für Tötungsdelikte übernahm. Aber er wird umgeben von ein paar Figuren, die mal mehr, mal weniger große Nebenrollen haben. Von der Rechtsmedizinerin Resi zum Beispiel, in die er sich verliebt und die er jetzt endlich mal heiraten sollte. Von seinen liebsten Kollegen, dem hageren Willy Haffmeyer (der nie sein Maul halten kann und deshalb wohl für immer einfacher Kriminalmeister bleiben wird) und der fülligen Hanna Fischer (der ich in den Allgäukrimis alle Actionszenen überlasse). Von seiner etwas naseweisen Vermieterin Frau Walburga, die immer das Hannoveraner Bier aus dem Kühlschrank nimmt und dafür das gute Weißbier reinstellt. Und auch von Ignaz, dem räudigen Kater, der noch immer nicht einsehen will, warum er sein Haus vor den Toren Füssens mit diesem dahergelaufenen Zweibeiner teilen soll.

Mordmethoden, Dialekte und seltsame Fragen

Fleißige Krimileser wissen das ja längst: In der Realität löst nicht ein einsamer Wolf die kniffligsten Fälle, sondern Ermittlungsgruppen/Sonderkommissionen mit zwanzig, dreißig, manchmal vierzig Mitgliedern arbeiten akribisch alle Hinweise ab – aber das würde vermutlich keiner lesen wollen. Deshalb versuche ich eine Mischung: Die Leser kriegen schon mit, dass es ein größeres Team gibt, aber damit sich nicht alle so irre viele Namen merken müssen, verdichte ich die Ermittlungen auf wenige handelnde Figuren.

Daran seht ihr auch schon, wie ich recherchiere: In den Abläufen der Polizeiarbeit und in den Mordmethoden, in den Zuständigkeiten, den Örtlichkeiten und regionalen Besonderheiten möchte ich möglichst realistisch und genau sein – aber meine Fälle, die Täter und Opfer und in der Regel auch die Häuser, in denen sie wohnen, sind frei erfunden. Dass ich dennoch versuche, alles so zu schildern, wie es sein könnte, führt zu kuriosen Gesprächen mit Experten und zu eigenartigen Internet-Recherchen. Ich kann nur hoffen, dass in den gängigen Suchmaschinen hinterlegt ist, was ich von Beruf bin …

Die Auswahl der Mordwaffe ist nicht immer ganz einfach
(c) Stefanie de Buhr

Schreiben ist schön – aber zum Glück nicht alles

Das Schreiben sieht bei mir völlig unspektakulär aus: Morgens geht es an den Schreibtisch, und so lange Strom, Kaffee und Internet verfügbar sind, wächst der neue Krimi stetig. Nur wenn ich mal wieder einer Figur einen Satz im örtlichen Dialekt in den Mund lege, wird‘s etwas schräg: Während des Schreibens spreche ich dann laut mit – und fahre später in die entsprechende Gegend, um den Dialekt vor Ort mit Einheimischen abzustimmen. Ich will‘s mal so sagen: Ich muss erst vorlesen, wie ich mir das vorstelle – und wenn die Leute danach vor Lachen wieder Luft bekommen, helfen sie mir gern.

Das ist auch die Mischung, die ich am Beruf des Schriftstellers so angenehm finde: Mal bist du im stillen Kämmerchen und schreibst allein vor dich hin – dann hast du tolle Gespräche mit Leuten, von denen du zu den unterschiedlichsten Themen viel lernen darfst – und schließlich stehst du in Lesungen vor Publikum, stellst dein Buch vor und plauderst aus dem Nähkästchen.

Und vielleicht habt ihr ja auch Lust auf eine Mischung: Erst lest ihr in Ruhe mein Buch – und danach sehen wir uns auf einer meiner Lesungen …


geschrieben von
Jürgen Seibold

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (1. Februar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492308538
  • ISBN-13: 978-3492308533



Liebe Grüße,
Claudia

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