Dienstag, 24. Oktober 2017

[Die Story hinter dem Buch] Ulrike Renk - Die Jahre der Schwalben


heute:


Ulrike Renk - Die Jahre der Schwalben

 



„Die Jahre der Schwalben“ ist der zweite Band meiner Ostpreußentrilogie. 

Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich im Januar zu meiner Story hinter dem Buch zu „Das Lied der Störche“ (dem ersten Band), schrieb: > Inzwischen schrieb ich an „Das Lied der Störche“ und stellte fest, dass mein Material gewachsen war, seit ich das Expose geschrieben hatte, und sich auch meine Einstellung veränderte. Es gab soooooo viel zu erzählen, denn die Geschichte der Familie ist unglaublich spannend. Wie sollte ich das in ein Buch pressen?<<

Also rief ich meine Lektorin an und schilderte ihr mein Elend. Sie fackelte nicht lange und bald stand fest – es werden zwei Bände.“ Nun werden es drei Bände. 😊 

Aber zurück zu Band zwei, der ja gerade erschienen ist. Als ich ihn schrieb, hatte ich viele Fragen. Da traf es sich, dass ich im März nach Putlitz eingeladen wurde, um dort aus den „Störchen“ zu lesen. Wieder durften wir mit unserer Knutschkugel, dem Miniwohnwagen, auf dem Grundstück der zu Putlitz in Mansfeld stehen. 

Nicht nur das – wir wurde gar köstlich bewirtet und versorgt. Das große Grundstück, auf dem ein Haus mit drei Wohnungen und ein paar Wirtschaftsgebäuden steht, war ideal für uns – eingezäunt, die meiste Fläche mit Kies belegt. Im hinteren Teil gibt es ein großes Geflügelgehege und einige Geflügelställe – aber die Zäune sind dicht und zu der Zeit hatten wir in unserem Garten auch noch ein Gehege mit Laufenten – die Hunde kannten also Geflügel und wussten – da darf man nicht dran. Theoretisch. Das Geflügel auf dem Hof gehört einem der Pächter von den zu Putlitz, die Pächter sind ein etwas wortkrages Ehepaar mit deutlicher Abneigung was Hunde angeht. Nun, das war nicht unser Problem. Unsere Gastgeber hatte die Jagdhündin seiner Tochter dabei und die drei Hunde haben sich ganz ausgezeichnet verstanden. 

Hinter dem Haus ist Brachland, Heideboden, ein kleiner See, ein Bach, der irgendwann in die Stepenitz fließt. Dort gibt es Biber, Milane, Habichte und Bussarde. Ottern und allerlei andere Wildtiere. Natürlich gibt es auch Schalen- und Rehwild. Für uns war das wunderbar – und die Hunde konnten laufen und toben. Einen großen Jagdtrieb haben sie nicht, aber schnuppern und ansatzweise hinterherlaufen, das machen sie gerne. 


Jedenfalls war es kalt und nass, aber sehr, sehr schön dort. Am ersten Morgen frühstückten wir gemütlich, dann fuhr Baron zu Putlitz mit mir durch die Gegend, zeigte mir nochmal etliche Orte und erzählte weitere Geschichten seiner Familie. Ich lauschte eifrig. Abends war die gutbesuchte Lesung und danach gingen wir noch mit einigen Leuten essen – ein sehr interessanter, langer Abend. Im Mondlicht gingen wir wieder mit den Hunden auf das Brachland, entlang des Weihers und bis zum Bach. Und dann krochen mein Mann und ich erfüllt von allerlei Genüssen und vielen Geschichten in unser Bett in der Knutschkugel. Auch die Hunde rollten sich zufrieden zusammen. Etwas eng war es, feucht und auch kalt – und dann fing es an zu regnen und der Regen ging in Schnee über … Zum Glück haben wir eine Heizung im PanTau und schnell war es warm. 

Wir schliefen selig, ich liebe es ja, wenn der Regen auf das Hubdach klopft – nur am Morgen sollte es aufgehört haben. Dies war unser erster Ausflug mit zwei Hunden und Wohnwagen, es war quasi die Bewährungsprobe. Leider hat es sich nicht bewährt. Der Wohnwagen ist zu klein für uns vier. Wenn es regnet, wird es schwierig. Wenn es schneeregnet und ein kalter Wind pfeift und wir alle vier im WW sein müssen, wird es mehr als schwierig. Das Bett lässt sich zwar mit ein paar Handgriffen in eine Sitzgruppe umwandeln – aber 3 von 4 Bewohnern müssen in der Zeit den Raum verlassen. Das haben wir gar nicht erst ausprobiert, denn soweit kam es gar nicht. 

Am nächsten Morgen waren die Hunde beide plötzlich sehr unruhig. Sie standen an der Tür, jankten. Hatten sie vielleicht im Dunkel Aas gefressen? Möglich wäre das. Am Freitag vor unserer Ankunft hatte ein Greifvogel eins der Hühner aus dem Gehege geholt und auf dem Brachland genüsslich zerlegt. Feder und andere Reste gab es reichlich. Das Foto habe ich mir und euch erspart. Ich schaute auf die Uhr, wir waren um neun mit den zu Putlitz zum Frühstück verabredet und nun war es erst kurz vor sieben. Die Hunde gaben keine Ruhe. Also stand ich seufzend auf, zog mir etwas über und öffnete die Tür des Wohnwagens. Das hatte ich am Tag zuvor auch schon getan, da das Grundstück eingezäunt ist, konnten sie nicht weg. 

Ich öffnete also die Tür, schlaftrunken, und sah davor ein dickes, weißes Huhn stehen, welches mich freudig angackerte. Das war … nun … sein letztes Gackern. Nein, meine Hunde haben keinen großen Jagdtrieb. Aber es sind Hunde. Große Hunde. Und wenn plötzlich ein Huhn vor ihnen steht, dann … nun ja, dann nimmt die Natur ihren Lauf. Ich war noch nie so schnell in meinen Schuhen und draußen, aber es war zu spät. Ich denke, das Huhn ist an Schock gestorben, denn es hatte keine Wunden. Zwei große Hunde, die mit ihm spielen wollten, das war wohl zu viel für das arme Huhn. Dieses Foto habe ich auch … ausgelassen. 

Mein Schock war auch groß, führte aber nicht zum Tod. Ich habe mich in Grund und Boden geschämt. Was sollte ich denn jetzt machen? Als erstes habe ich das Huhn in eine Mülltüte gepackt, dann bin ich mit den Hunden laufen gegangen. Lange laufen. Ich habe überlegt, dass wir einfach einpacken und klammheimlich fahren – aber das ging natürlich nicht. Ich musste mich der Situation stellen. Natürlich würden wir das Huhn bezahlen …

Es war mir so peinlich. Zum Glück haben es die zu Putlitz mit Humor genommen. Sie haben es mit den Pächtern geregelt. „Die Jahre der Schwalben“ wird allerdings für mich immer das Hühnerbuch sein und, egal was ist und wo wir sind, ich werde die Hunde nie wieder ohne Leine rauslassen, bevor ich nicht den Hühnerstatus überprüft habe. 

Ein weiteres Fazit der Reise war, dass PanTau ein traumhafter Wohnwagen ist, leider aber zu klein für zwei Erwachsene und zwei Hunde. Deshalb haben wir ihn verkauft und das nächstgrößere Model – einen Eriba Triton, genannt „Tönnchen“ gekauft. Und nun steht weiteren spannenden Reisen nichts mehr im Weg. 




Der dritte Band der Reihe wird „Die Zeit der Kraniche“ heißen. Er wird im Sommer 2018 erscheinen und ich hoffe, ich werde eine nettere Geschichte dazu erzählen können – aber irgendetwas ist ja immer.

geschrieben von
Ulrike Renk



  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (9. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746633516
  • ISBN-13: 978-3746633510






Liebe Grüße,
Claudia

Montag, 23. Oktober 2017

[Produkttest] FUCK – Der verfluchte Ausmalkalender 2018

Viele Menschen empfinden ihren Alltag mittlerweile als stressig. Es ist somit wichtig sich eine Ausgleichsmöglichkeit zu schaffen. Bei einigen ist das vielleicht Sport, andere toben sich lieber kreativ aus. Mandalas sind in den letzten Jahren sehr beliebt geworden, aber wenn der Ärger zu groß ist, helfen diese vielleicht nicht weiter. „Fuck - Der verfluchte Ausmalkalender“ geht einen ähnlichen Weg. Das Ausmalen der vorgegebenen Motive soll helfen, um die Probleme des Alltags hinter sich zu lassen. Die Motive sind jedoch keine Blumen oder Landschaften sondern etwas „härter“.

Ich dachte zunächst, ich könnte den Kalender evtl. auf der Arbeit aufhängen. Es ist ein Wochenkalender, somit gibt es 52 Motive. Der Plan war, nach der Woche das Blatt herauszureißen und es in der folgenden Woche in der Mittagspause auszumalen. Nachdem ich mir die Motive näher angeschaut hatte, habe ich von der Idee jedoch schnell Abstand genommen. Es gibt zwar ganz witzige Motive mit „Arschnase“ und süßen Tierchen, aber solche Blätter wie „Koksnutte“, „Ihr Pisser“ und „Hurensohn“ ist dann doch eher nichts für den öffentlichen Aushang im Büro. :)

Die einzelnen Kalenderblätter bieten unterschiedliche Motive. Mal liegt der Fokus mehr auf den Wörtern, mal mehr auf den Zeichnungen. Alle Blätter besitzen, die Angabe des Monats und der Kalenderwoche. Außerdem natürlich die Daten und die Wochentage. Leider sind die Seiten nicht perforiert, so dass man diese herausreißen und dann oben abschneiden muss, ansonsten sieht es nicht besonders schön aus. Abgerundet wird eine Seite durch das täglich „Fuck-o-Meter“ zum Ankreuzen der jeweiligen Stimmungslage. Dieses finde ich eher unnötig, aber da es nur wenig Platz einnimmt, hat es mich nicht gestört.

Fazit: Es ist bereits bekannt, dass Ausmalen helfen kann, den stressigen Alltag hinter sich zulassen, da es entspannt. Mit diesem Kalender und seinen „Fuck“-Motiven kann man zusätzlich evtl. auch noch kleine, aufgestaute Aggressionen loswerden. Die meisten Blätter sind schön gestaltet und ich freue mich schon aufs Ausmalen.

  • Kalender: 56 Seiten
  • Verlag: Riva (17. Juli 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3742302191
  • ISBN-13: 978-3742302199
  • Größe: 21,3 x 29,9 cm 

Liebe Grüße,
Claudia

Sonntag, 22. Oktober 2017

[In my Mailbox] KW # 41+42/2017


Hier meine Neuzugänge aus den letzten beiden Wochen!
Tja, was soll ich sagen - es war Buchmesse :)

für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon

Haig, Matt - Das Mädchen, das Weihnachten rettete 
Föhr, Andreas - Rachel-Eisenberg (01) Eisenberg
Schier, Petra - Kleiner Streuner - große Liebe
Haig, Matt - Ein Junge namens Weihnacht
Götz, Andreas - Hörst du den Tod?
Sigurdardóttir, Yrsa - Huldar & Freyja (02) SOG
Bergmann, Renate - Ich seh den Baum noch fallen
Wilke, Jutta - Roofer
Ahern, Cecelia - P.S. Ich liebe Dich
Ahern, Cecelia - Ich schreib dir morgen wieder
Solinger, Janna - Zoe und die Liebe
Woolf, Marah - BookLess (01) Wörter durchfluten die Zeit
Moyes, Jojo - Eine Handvoll Worte
Valentin, Mira - Der Mitreiser und die Überfliegerin
Bergsma, Elke - üttner und Hasenkrug ermitteln (17) Zornesbrut
Bomann, Corina - Winterengel
Haller, Elias - Der Augenmacher
Feuerbach, Sam - Der Totengräbersohn: Buch 2
Whitehead, Colson - Underground Railroad
Wagner, Emma - Wir. Für immer.
Shipman, Viola - Engelsfunkeln 




Liebe Grüße,
Claudia

Samstag, 21. Oktober 2017

[Rezension] Zeller, Helmut/Gruberová, Eva - Reise Know-How CityTrip Prag

Der kompakte Reiseführer "CityTrip Prag" von Reise Know How hat 156 Seiten, eine flexible aber stabile Bindung und ist somit ideal, um ihn auf Reisen stets in der Hand(-tasche) dabei zu haben. Der Reiseführer bietet außer vielen Informationen auch einen großen Faltplan zum Herausnehmen, sowie Pläne über Hradschin und Kleinseite im vorderen und Altstadt und Josefstadt im hinteren Teil der Klappbroschur, somit hat man die wichtigsten Karten stets zur Hand ohne mit einem großen Faltplan hantieren zu müssen. Zusätzlich gibt es noch eine kostenlose Web-App für Smartphone, Tablet und PC.


Aufbau des Reiseführers:
  • neun "nicht verpassen!"-Tipps in einer komprimierten Übersicht zu Beginn des Reiseführers
  • Inhaltsverzeichnis mit Zeichenerklärung
  • Prag entdecken (Sightseeing Tipps nach Bezirken sortiert)
  • Prag erleben (z.B. für Kauflustige, Genießer oder Museumsfreunde)
  • Prag verstehen (die Geschichte der Stadt)
  • Praktische Reisetipps nebst An- und Rückreise, Unterkünften, Geldfragen, Verkehrsmittel usw.
  • Anhang

Sofern es ihn gibt, begleitet mich stets ein CityTrip zu einer Städtereise. Das System des Reiseführers ist extrem einfach und super bequem in der Handhabung, daher habe ich auch für meinen Pragurlaub darauf zurückgegriffen.

City Trip Prag beinhaltet 56 Sightseeing-Tipps. Diese werden ausführlich erläutert,  oft mit Fotos und vor allem mit hilfreichen Informationen wie Adresse, Öffnungszeiten oder Preisen versehen. Ergänzend werden diese Sightseeing-Vorschläge durch zahlreiche Tipps für Hotels, Bars, Museen, Einkaufsmöglichkeiten usw. Ich lese mir stets als erstes diese Sightseeing-Tipps durch, um schon einmal zu sehen, was mich interessiert. Da diese Tipps nummeriert sind, kann ich in der Straßenkarte schauen, wo was liegt, mir die wichtigen markieren und so sehr einfach individuelle Stadtrundgänge zusammenstellen. Anders herum findet man schnell die Informationen zu der jeweiligen Sehenswürdigkeit, wenn man auf der Karte sieht, dass man gerade bei Tipp Nr. 10 angekommen ist, einfach zu der entsprechenden Seite blättern und schon kann man die Informationen und Hintergründe dazu nachlesen.

Mir persönlich sind in diesem Reiseführer zu wenig Fotos. Prag bietet sehr viel zu sehen, allerdings oft "nur" Gebäude, wo ich gerne vorher schon ein Foto von gesehen hätte, um entscheiden zu können, ob es mir einen Foto-Stopp im Stadtrundgang wert ist oder nicht. Da ich fast alle Sehenswürdigkeiten nicht kannte (Prag hat nun mal nicht den Eifelturm oder den Big Ben, wo man sofort weiß, dass man da unbedingt hin möchte), konnte ich so oft nicht abschätzen, ob ich mir dieses oder jenes Gebäude nun ansehen möchte oder nicht. Da hätten ein paar Fotos mehr mir die Entscheidung leichter gemacht. Ansonsten bin ich mit dem CityTrip Reiseführer wieder sehr gut klargekommen.

Fazit: Der CityTrip Reiseführer ist super leicht in der Anwendung. Jeder kann seinen Focus auf das legen, was ihm persönlich am Wichtigsten sind (generelle Sightseeing-Tipps, Museen, tolle Bars im Nachtleben usw.). Es ist einfach entweder den vier vorgegebenen Stadtrundgängen zu folgen oder sich durch die nummerierten Sightseeing-Tipps selbst einen zu basteln. Ein paar mehr Fotos wären in diesem Falle aber hilfreich gewesen.

  • Taschenbuch: 156 Seiten
  • Verlag: Reise Know-How; Auflage: 6 (11. April 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3831727813
  • ISBN-13: 978-3831727810


Liebe Grüße,
Claudia

Freitag, 20. Oktober 2017

[Stefanies Rezension] Østby, Anne - Zartbitter ist das Glück

Gastrezension von Stefanie

„Zartbitter ist das Glück“, der Roman für reifere Frauen von Anne Ostby, ist im neuen Wunderraum-Verlag erschienen. Mit schöner Optik und kleinen Details macht der Verlag die Bücher, die sich vor allem an ein weibliches Publikum richten, zu Schmuckstücken, die sich prima als Geschenkbücher eignen. „Zartbitter ist das Glück“ und wohl auch alle anderen Wunderraum-Bücher haben einen edlen Einband, die Einschlagseiten tragen ein Muster wie bei Scrapbookpapier, und am besten gefällt mir das süße Lesebändchen, auf dem 'Lesepause' steht. Wunderraum sieht sich als ein Verlag für die (Haus)Frau ab 30, aber dazu sage ich später noch etwas aus der Sicht dieses Buches.

Zum Inhalt. Fünf ehemalige Schulfreundinnen, die bereits auf die siebzig zugehen, treffen sich wieder auf Fidschi, wo eine von ihnen, Kat, eine Kakaoplantage hat. Kat hat die anderen eingeladen, bei ihr zu wohnen, denn seit ihr Mann Niklas gestorben ist, fühlt sie sich recht einsam. Die sehr unterschiedlichen Damen reisen an, und der Gedanke, selbst Schokolade herzustellen und zu vermarkten, entsteht. „Ein Stück vom Glück“ braucht aber in diesem Buch doch recht lang, bis es realisiert wird.

Dieser Roman richtet sich ganz klar an Frauen, die das Berufsleben schon hinter sich gelassen und vielleicht an einem Wendpunkt ihres Lebens stehen, oder zumindest davon träumen. Ich bin zwar auch nicht mehr ganz jung, doch so richtig angesprochen haben mich die rüstigen Omas doch nicht. Das Buch möchte davon leben, dass es fünf sehr unterschiedliche Charaktere zusammenführt. Doch der Plan mit der Schokoladenmanufaktur wird erst nach ca. 2/3 des Romans von den Damen wirklich umgesetzt. Die Handlung schreitet so langsam voran wie die Damen selbst. Es gibt ein paar gute Ansätze und Ideen, die aber größenteils unausgereift bleiben. So darf sich die Leserin hier an mancher Stelle eher langweilen.

Manches bleibt zudem verwunderlich, z.B., als eine der Frauen ausgeraubt wird und währenddessen nur von der Männlichkeit des Täters träumt (und was sie mit ihm machen möchte). Ein bisschen Fidschi-Wind darf sich die Leserin zwar um die Ohren wehen lassen, denn die Autorin kennt die Inseln recht gut, das reicht m.E. noch nicht als Stoff für einen guten Roman.

Fazit: Ich habe lange gebraucht, um „Zartbitter ist das Glück“ zu beenden, denn der Roman plätschert so vor sich hin. Die letzten fünfzig Seiten haben mir dann besser gefallen, aber sonst ist das Buch einfach zu gewöhnlich und ohne Höhen und Tiefen. Möglicherweise können Ältere aber etwas in den Frauen finden, was mir verborgen blieb. Leider kann ich für „Zartbitter ist das Glück“ nur 3 bis 3,5 Sterne vergeben.

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Wunderraum (28. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3336547911
  • ISBN-13: 978-3336547913
  • Originaltitel: Biter av Lykke
  • Übersetzer: Gabriele Haefs 


Liebe Grüße,
Claudia

Donnerstag, 19. Oktober 2017

[Gastrezension] Weiss, Rhena - Das Böse in euch

Gastrezension von Sandra

Cover
Das äußere dieses Psychothrillers ist genau so wie ich es bei einem Buch aus dem Genre erwarte. Der Titel in einer auffälligen Farbe geschrieben, dann der Eyecatcher in dunkel als Relief. Leider kann ich nicht wirklich erkennen was es darstellen soll, aber das Gesamtbild stimmt. Der Hintergrund ist eher schlicht gehalten, so fallen die anderen beiden Punkte eher auf. Das Wort "Psychothriller" hat eine andere Schriftart, was hervorragend zur Art des Buches passt. Alles in allem nimmt man es in die Hand weil es neugierig auf mehr macht.

Meine Meinung
Zum lesen dieses Buches kam ich eher zufällig. Habe es nicht gekannt, bis ich zufällig bei Facebook darüber fiel. Ein Blogkollegin suchte Gastrezensenten zu diversen Büchern, u.a. diesem hier. Ui direkt zu mir damit, der Klappentext macht neugierig, ich mag es lesen. Konnte es dann kaum erwarte bis es bei mir eintrifft!

Ich muss sagen, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Bisher kannte ich kein einziges Buch dieser Autorin, Schande über mein Haupt, aber ich bin begeistert. Direkt im ersten Kapitel verursacht das gelesene eine Gänsehaut bei mir. Man schüttelt ungläubig mit dem Kopf, mag sich nicht wirklich vorstellen was dort gerade geschieht. Die Abgründe, die sich hier auftun, hat man selten so gelesen. Rhena Weiss ist eine Meisterin des Schreibens, die mit den ganz Großen mithalten kann.

Mehrere Mädchen verschwinden in Wien, man kann sich nicht erklären warum. Weggelaufen scheinen die meisten nicht zu sein, das Elternhaus ist intakt, es gibt keinen Grund das gemütliche Heim zu verlassen. Nur wo sind sie hin? Genau das versucht Michaela Baltzer, LKA-Ermittlerin, heraus zu finden. Doch sie deckt Dinge auf, die sich zuerst nicht erklären lassen, sie ist verunsichert, geht jeder Spur nach, kommt aber nicht wirklich vorwärts in den Ermittlungen. Zu Hilfe kommt ihr Ihre Nichte Valerie. Das junge Mädchen lebt zeitweise bei Ihrer Tante, ist total fasziniert von deren Job und mischt sich in die Untersuchungen ein. Ob dies der richtige Weg ist? Bald stellt sich heraus, dass Valerie eine heiße Spur hat, doch dann verschwindet das junge Mädchen!

Rhena Weiss hat hier authentische Charaktere geschaffen mit denen sich der Leser identifizieren kann. Sie sind realistisch, haben Gefühl die sie auch zeigen und wirken nicht gekünzelt. Sie haben Ecken und Kanten, können diese oft nicht zugeben und wirken dadurch sehr sympathisch. Gerade Valerie mit Ihren jungen Jahren wird gut rüber gebracht. Das schmale Grad zwischen, ich bin schon erwachsen, habe aber das naive Verhalten eines teenies haben mir gut gefallen.

Genau aus dem Grund schafft es die Autorin auch, dass man in dem Buch versinkt. man fühlt und lebt mit, man leidet mit, man mag wissen wie das kranke Hirn des Entführers denkt damit man das nachvollziehen kann. Doch der menschliche Abgrund hat einen hohen Horizont und man kann nicht wirklich nachvollziehen was im Kopfe mancher Menschen vor sich geht. Das krankhafte was hier beschrieben wird ist teilweise schon pervers, fasziniert aber auch gleichzeitig.

Die Handlung des Buches ist gradlinig, es gibt eine Zeitebene, die klar strukturiert ist. Den Ereignissen kann man gut folgen, die Charaktere handeln entsprechend logisch den Vorgaben und man hat zu keiner Zeit das Gefühl, dem Geschehen nicht mehr folgen zu können. Die Kapitel sind zum einen aus der Sicht des Entführers, zum anderen aus der Sicht von Michaela geschrieben. Das macht das ganze so interessant, da man beide Seiten der Geschichte erklärt bekommt. Manches erklärt sich dadurch besser, man fiebert mit, stellt Überlegungen an, hat Hoffnung. Es ist auch sehr interessant, wie sich die kindliche Erziehung im späteren Leben von einem Menschen wiederspiegelt.

Das Thema was hier aufgegriffen wird, ist nicht immer einfach zu lesen, gerade wenn man selbst Kinder hat, denen man ein liebevolles zu Hause bieten mag, doch es zeigt auch, wie krank der Mensch sein kann!

Fazit: Jetzt zum Ende hin kann ich nur sagen: Ein Buch was mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, bewegt und fasziniert hat. Klasse Schreibstil, tolle Charaktere, sinnvolle Handlung und somit eine absolute Leseempfehlung!

  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (16. Mai 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442483212
  • ISBN-13: 978-3442483211


Liebe Grüße,
Claudia

Mittwoch, 18. Oktober 2017

[Rezension] Eichendorff, Joseph von u.a. - Meine Zauberweihnacht



"Meine Zauberweihnacht: Entspannt malen und kreativ sein mit schönen Geschichten und Gedichten zum Zuhören - Mit 18 Geschichten und 10 Ausmalvorlagen" will dafür sorgen, dass man sich in der manchmal stressigen Weihnachtszeit eine kleine Auszeit nimmt. Meiner Meinung nach, wird das mit diesem Set auch funktionieren.



Ich wollte schon öfter man Mandala ausmalen etc austesten, aber irgendwie habe ich mir nie die Zeit dafür genommen. Genauso geht es mir mit einem Hörbuch. Beim Autofahren lausche ich denen gerne, aber zuhause habe ich immer das Gefühl, ich muss währenddessen etwas anderes machen und dieses lenkt mich dann meistens von der Geschichte ab. Bei der Kombination von Hörbuch und Ausmalvorlagen, war ich doppelt beschäftigt und nichts hat dem anderen die Aufmerksamkeit gestohlen, denn zuhören und malen kann man gleichzeitig. Daher ist das Zusammenspiel hervorragend.

Die 18 Geschichten und Gedichte stammen von Joseph von Eichendorff, Joachim Ringelnatz, Wilhelm Busch, Herman Bang, Theodor Fontane, Adalbert Stifter, Ludwig Thoma, Paula Dehmel, Richard Dehmel, Peter Rosegger, Walter Benjamin, Cäsar Flaischlen und Agnes Sapper und werden u.a. von Stefan Wilkening, Beate Himmelstoß, Felix von Manteuffel und Elke Heidenreich gelesen. Da die Gesamtlaufzeit nur ca. 75 min beträgt, ist klar, dass viele Geschichten recht kurz sind. Bei mir war es so, dass mir die längeren Geschichten am besten gefallen haben. Ich hätte in der Anthologie dementsprechend lieber ein paar weniger Werke gehabt, dafür aber welche, die mindestens 5-10 Minuten lang sind - aber das ist natürlich Geschmackssache.

Dieses Set lässt sich mit einem elastischen Bändchen schließen. Öffnet man es, so findet man die CD, ein kleines Booklet mit Informationen über die Autoren und Sprecher sowie ein Einschubfach mit den zehn Ausmalvorlagen. Dadurch, dass diese in einem extra Fach untergebracht sind, besteht nicht die Gefahr, dass sie aus der Verpackung herausfallen können. Ebenfalls sehr positiv finde ich, dass die Rückseite der Ausmalvorlagen wie eine Postkarte gestaltet ist. Ich kann also beim Malen und Hören entspannen und gleichzeitig meine Weihnachtspost vorbereiten.


Fazit: Die Idee ein Hörbuch mit Ausmalvorlagen zu kombinieren, begeistert mich. So kann man sich beidem gleichzeitig widmen und etwas Ruhe einkehren lassen. Nicht alle Geschichten haben meinen Geschmack getroffen, aber ich habe die CD trotzdem gerne gehört und dabei in Ruhe gemalt.

  • Audio: 1 CD - ca. 1h 15 min
  • Verlag: der Hörverlag (9. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3844527206
  • ISBN-13: 978-3844527209

Liebe Grüße,
Claudia

Dienstag, 17. Oktober 2017

[Die Story hinter dem Buch] Nina Sahm - Das Alphabet meiner Familie


heute:


Nina Sahm - Das Alphabet meiner Familie

 

 
Mein dritter Roman „Das Alphabet meiner Familie“ ist am 02. Oktober erschienen. Eine Familiengeschichte, die in einem Dorf am Bodensee ihren Anfang nimmt, und von der turbulenten Suche nach Heimat und Identität erzählt. 

© Stephan Sahm


Wann ich die erste Idee hatte?
Beim Frühstück! Ich las in einer Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung einen Artikel über Straßenstände („Streetfood 1.0: Lieber Bauchladen“), indem am Rande eine ganz ungewöhnliche Bodenseezwiebel erwähnt wurde. Sie sei nicht nur extrem selten, sondern auch besonders lecker, schrieb der Journalist Max Scharnigg. Und man könne sie essen wie einen Apfel. Da war mein Interesse geweckt. Nach und nach entstand dann die Figur eines Vaters, der sich so in der Aufzucht dieser Knolle verliert, dass ihm seine eigene Familie abhanden kommt. 

© Nina Sahm

Was ist das Besondere an dieser Zwiebel?
Bei meiner Recherche bin ich natürlich auch an den Bodensee gefahren. Anfang Oktober ist dort immer ein großes Zwiebelfest in einem kleinen Dorf. Ein riesiges Feld wird dann zu einem Parkplatz umfunktioniert und aus dem Umland strömen unglaublich viele Menschen herbei. Die kleine Knolle sieht auf den ersten Blick unscheinbar aus, kann aber sehr viele Menschen begeistern – der perfekte Protagonist für eine Familiengeschichte mit vielen Irrungen und Wirrungen, finde ich.

Worum geht es genau?
Eines Tages steht Frieder vor Ellas Tür: Ein Fremder, der sie vom ersten Augenblick an fasziniert und ihr ein Foto ihrer Mutter Rike zeigt. Wer aber ist er? Ella lauscht wie gebannt seinen Geschichten: von seinem Vater Viktor, den er kaum kennt, von dessen Faszination für die Zucht einer ganz besonderen Zwiebel und von der Trennung seiner Eltern kurz nach seiner Geburt. Und von jenem kleinen Dorf am Bodensee, das er und seine Mutter auf der Suche nach einem neuen Zuhause bald hinter sich ließen. Ella gerät immer mehr in den Sog von Frieders spannenden Erzählungen, die von der Suche nach den eigenen Wurzeln erzählen. Erst nach und nach wird ihr bewusst, was diese Geschichte mit ihrer eigenen zu tun hat

Recherche am Bodensee
© Nina Sahm

Wie klingt das so?
Ganz exklusiv verrate ich euch hier die ersten Zeilen:
„Meine Familie war anders. Damit meine ich nicht, dass wir größere Nasen oder schiefere Zehen als der Rest hatten. Nein, rein optisch fielen wir nicht weiter auf. Wir waren nicht besonders hübsch und nicht besonders hässlich, ein gesundes Mittelmaß, das die Blicke nicht weiter anzog. Doch sobald jemand den kleinen Hof am Bodensee betrat, rieb er sich verwundert die Augen.“ 

Recherche am Bodensee
© Nina Sahm

Und wie geht es weiter?
Tja, das kann ich an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten! Mein Roman ist im Droemer Verlag erschienen und seit dem 2. Oktober im Buchhandel erhältlich. Am Sonntag, den 8. Oktober hatte ich meine erste Lesung zu diesem Roman in der Shotgun Sister Coffeebar in München. Weitere Termine folgen noch und ich werde dann auf meiner Facebook-Seite und meiner Webseite darauf hinweisen.

geschrieben von
Nina Sahm


  • Broschiert: 288 Seiten
  • Verlag: Droemer TB (2. Oktober 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426306239
  • ISBN-13: 978-3426306239







Liebe Grüße,
Claudia

Montag, 16. Oktober 2017

[Gastrezension] Thorn, Ines - Ein Weihnachtslicht über Sylt

Gastrezension von Ulla

Kurzbeschreibung:
Adventszeit - eine stimmungsvolle Zeit. Wunschzettel werden geschrieben, Plätzchen werden gebacken und ... unvorhergesehene Ereignisse werfen einige Pläne über dem Haufen. Malte, seit zwei Jahren verwitwet, versucht seinen Kindern eine schöne unbeschwerte Zeit zu geben. Aber die Kinder sehnen sich trotzdem nach einer Mutter. Da kommt die Idee gerade zur rechten Zeit und es wird ein entsprechender Wunschzettel geschrieben. Papa Malte soll das ja nicht wissen, deshalb wird Ole, der Postbote, gebeten, den Brief weiterzuleiten. Ob Ole da helfen kann?

Meine Meinung:
Gerade im Advent und zur Weihnachtszeit werden gerne Bücher gelesen, wo Gefühle und Wünsche eine große Rolle spielen.
Malte und seine Kinder hatte ich sehr schnell in mein Leserherz geschlossen und wünschte ihnen, dass ihre Wünsche erfüllt werden können. Wobei es zunächst die ganz normalen Wünsche waren, wie zum Beispiel ein Hund ;-) erst später kam der Wunsch nach einer neuen Mutter auf. So ein Wunsch lässt sich ja nicht besonders leicht erfüllen, zumal zwei Kandidatinnen zur Verfügung standen.

Ich war gespannt und hatte meine Favoritin längst gewählt und ich denke die Kinder waren ebenfalls meiner Meinung.

Ines Thorn hat sehr liebevoll geschildert, wie schön es selbst in einer kleinen Familie im Advent zu gehen kann. Es hat mir sehr großen Spaß bereitet, die Kinder zu begleiten und mit dem Ende war ich dann sehr zu frieden.

Das Buchcover gefällt mir sehr gut und zu gerne würde ich jetzt in diesem Haus sitzen, nachdem ich einen Spaziergang mit Kind und Kegel im Schnee gemacht habe.

Fazit: Ein Wohlfühlbuch, das gerne im Winter gelesen wird. Natürlich kann es auch zu jeder anderen Jahreszeit gelesen werden, aber es passt einfach besser zum Dezember.

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (15. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3352009066
  • ISBN-13: 978-3352009068
  • Verlagsgruppe:


Liebe Grüße,
Claudia