Mittwoch, 28. Februar 2018

[Gastrezension] Scheunemann, Frauke & Szillat, Antje - Bulli & Lina (01) Ein Pony verliebt sich

[Werbung] Da ich Buch-Cover mit einer Verlinkung zu Amazon einbaue (Affiliate-Link) und aus Überzeugung gerne Verlage, Autoren etc. verlinke, kennzeichne ich diesen Beitrag als Werbung. Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass ich für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und ihn aus freien Stücken veröffentliche.

Gastrezension von Verena

„Bulli & Lina – ein Pony verliebt sich“ von Antje Szillat und Frauke Scheunemann ist der erste Teil ihrer neuen Pferdebuchreihe. Und diese neue Reihe hat es in sich, denn sie ist ziemlich besonders. Vieles ist hier anders als in den gängigen Ponygeschichten, die bereits aus anderer Feder erschienen sind. Zum Schreiben der Kapitel schlüpfen die beiden Autorinnen in ihre Rollen. Antje Szillat fängt an aus der Sicht von dem kleinen Mädchen Lina zu erzählen. Bevor dann Frauke Scheunemann als Bulli das Zepter in die Hand nimmt. So wechselt sich das munter ab und der Leser bekommt den Einblick in beide Perspektiven, was mitunter zu vielen Lachern und Schmunzlern führt.

Lina ist anders als die meisten Mädchen in Pferdebüchern, denn sie mag gar keine Pferde. Nichts findet sie blöder als Ponys. Schon als Baby hat sie immer geweint, wenn sie ein Pferd gesehen hat. Am liebsten würde sie den ganzen Sommer malen und gemeinsam mit ihrer Freundin einen Ferienmalkurs an der Volkshochschule besuchen. Doch dann kommt alles anders und Lina muss mit ihrer Mutter auf den Hof ihres Onkels fahren, um sich dort um die wertvollen Koikarpfen zu kümmern während Onkel Hape im Urlaub ist. Lina hat überhaupt gar keine Lust, weder auf den Hof von ihrem Onkel noch auf den benachbarten Ponyhof. Aber ihre Mutter lässt ihr keine Wahl. Auf dem Hof von Onkel Hape ist ständig dieses Pony, das ihr hinterherläuft und sie einfach nicht in Ruhe lässt. Immer steht es vor ihr – Lina fühlt sich schon verfolgt, doch ihre Mutter und Lucas, der Junge vom Nachbarhof, wollen ihr nicht so recht glauben.

Bully war einmal ein angesehenes Tunierpony mit bester Abstammung und heißt eigentlich Lord Royal Bullheimer. Kinder mag er eher nicht so. Doch dann sieht er Lina auf dem Nachbarhof und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Bully versucht fortan alles um Lina für sich zu begeistern, aber das ist schwieriger als gedacht und je mehr er Lina auf die Pelle rückt, desto mehr wendet sie sich ab.

Auch gegenüber Lucas, dessen Eltern der Reiterhof gehört, ist Lina zickig und kurz angebunden. Obwohl er nett zu ihr ist, hat sie keine Lust sich mit abzugeben. Mit ihm, Bulli und dem Reiterhof will Lina einfach nichts zu tun haben. Aber dann verschwinden die ersten wertvollen Koikarpfen und Lina, Lucas und Bulli legen sich gemeinsam auf die Lauer um dem Dieb das Handwerk zu legen.

Die beiden Autorinnen Antje Szillat und Frauke Scheunemann haben mit „Bulli & Lina – ein Pony verliebt sich“ einen tollen Auftaktband geschrieben, der Lust auf mehr macht. Beim Lesen springt die Freude, mit der die Geschichte geschrieben wurde, förmlich über und der Spaß ist vorprogrammiert. Die Perspektivwechsel sorgen dafür, dass der Leser viele Situationen zweimal durchlebt, also sowohl aus der Sicht von Lina als auch aus der Sicht von Bulli. Abgerundet wird die Geschichte durch die einfachen schwarz-weißen Zeichnungen im Buch und der farbenfrohen Cover-Illustration von Susanne Göhlich. Besonders die Zeichnungen vom frechen Bulli sind zum Schmunzeln.

Mich haben die Geschichte, die authentischen Figuren, die Sprache und die zwei Perspektiven und die liebevolle Gestaltung hundertprozentig überzeugt. Allen, die Ponygeschichten lieben, möchte ich dieses Buch ans Herz legen. Aber auch allen anderen. Zwar geht es hier vordergründig um ein Mädchen und ein Pony, dennoch handelt es sich hierbei um keine dieser typischen, glitzernden, pinken Ponyliebeleien, sondern viel mehr ein Abenteuer mit einem Kriminalfall.

Fazit: Eine wundervolle Ponygeschichte, in der vieles erfrischend anders ist - spannend, herzerwärmend, lustig und irre komisch. Was nicht zuletzt an dem vorwitzigen Bulli liegt, der sicher noch viele Herzen im Sturm erobern wird.

  • Gebundene Ausgabe: 152 Seiten
  • Verlag: Loewe; Auflage: 1 (12. Februar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785584520
  • ISBN-13: 978-3785584521
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 10 Jahre


Liebe Grüße,
Claudia

Dienstag, 27. Februar 2018

[Die Story hinter dem Buch] Claire Winter - Die geliehene Schuld

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heute:



Claire Winter - Die geliehene Schuld

 



Die geliehene Schuld spielt in der unmittelbaren Nachkriegszeit.Was hat Sie gerade an dieser Zeit fasziniert?

Zwei Sekretärinnen im Parlamentarischen Rat,
in dem in Bonn die Verfassung
der zukünftigen BRD erarbeitet wurde
© Bettmann/Corbis/Getty Images
Ich fand die Gründungsjahre der Bundesrepublik schon immer hochinteressant. Die sogenannte Stunde Null war ja eine Zeit, in der es den Anschein hatte, als würde alles neu und von vorn anfangen können. Aber natürlich haben die Menschen das, was sie in der Vergangenheit erlebt, erlitten und verbrochen hatten, in diesen Neubeginn mitgenommen. Vielleicht gab es deshalb dieses Tabu, nicht zu erwähnen, was unter Hitler passiert und geschehen ist.
Im Roman bricht Marie, eine junge Sekretärin im Stab von Adenauer, genau damit. Sie beginnt, Fragen über ihren verstorbenen Vater zu stellen, aber zu Hause stößt sie auf eine
Mauer des Schweigens. Schließlich bittet Marie den Journalisten Jonathan Jacobsen um Hilfe, ohne zu ahnen, in welche Gefahr sie beide dadurch geraten …

Straßenschilder, die den Weg zum Parlamentarischen Rat zeigen.
Eines meiner Lieblingsbilder mit den Kühen im Hintergrund
und diesen selbst gemachten Schildern
© Bundesregierung Hanns Hubmann

Die Nachkriegszeit war aber auch eine Zeit, die auf jeder Ebene von Extremen und Gegensätzen geprägt war. Die Städte waren zerstört, es gab Millionen von Flüchtlingen, unzählige Vermisste, und es mangelte an Wohnraum, Essen, Kleidung, an einfach allem, sodass man ständig gezwungen war, sich anderweitig zu behelfen. Selbst bei den Straßenschildern …





Gab es eine besondere Inspiration für Ihren Roman?

Das Tribunal von Nürnberg, in dem die
ranghöchsten Kriegsverbrecher und
Nationalsozialisten vor Gericht gestellt wurden
© AKG-Images
Ja, gleich mehrere. Während der Arbeit an meinem letzten Roman führte mich die Recherche zu der Frage, was aus den vielen überzeugten Nationalsozialisten geworden ist, die für das Reichssicherheitshauptamt gearbeitet haben. Dabei bin ich dann auf die Organisation Gehlen gestoßen, die ja die Vorläuferorganisation des späteren BND war. Diese Geschichte hat mich nicht mehr losgelassen. Darüber hinaus inspirierte mich ein Zeitzeugendokument in einer Ausstellung. Es war ein Video, in dem eine Frau, deren Familie durch die Nazis umgekommen war, von der Freundschaft zu einer anderen Frau erzählte, deren Eltern Täter waren. Die beiden jungen Frauen hatten sich bei einem der Kriegsverbrecherprozesse in der Nachkriegszeit kennengelernt. Zwischen ihnen entstand eine enge und lebenslange Freundschaft. Die Geschichte der beiden hat mich so berührt, dass daraus im Roman die Freundschaft von Marie und Lina wurde. Die Verbundenheit der beiden trotz ihrer so gegensätzlichen Herkunft ist in der Folge von entscheidender Bedeutung für die Geschehnisse im Roman.


Die Organisation Gehlen und damit Reinhard Gehlen hat es wirklich gegeben. Ist es eine besondere Herausforderung, solche historischen Ereignisse mit der fiktiven Handlung eines Romans zu verknüpfen?

Reinhard Gehlen in früheren Zeiten
© SZ-Photo
Ja, auf jeden Fall, aber auch ungemein spannend. Es ist mir grundsätzlich sehr wichtig, den  historischen Fakten gerecht zu werden, sie also nicht zu verfälschen, auch wenn sie in eine fiktive Handlung integriert werden. Wobei ein Roman natürlich immer eine Interpretation bleibt. Deshalb recherchiere ich für meine Bücher stets lange und intensiv. Ich mag diese Phase der Arbeit sehr, weil dabei die innere Welt des Romans entsteht, in der die Figuren später agieren werden. Dabei bekomme ich auch ein Gefühl für die Zeit, dafür, wie es wohl war, in jenen Jahren gelebt zu haben. Oft entwickelt sich die Handlung parallel dazu wie von allein weiter. Manchmal gibt es beim Recherchieren dann Momente, in denen ich innehalte und denke: Wow, das ist unglaublich, was damals geschehen ist. So ging es mir auch mit Reinhard Gehlen, der für den historischen Hintergrund
von Die geliehene Schuld eine wichtige Rolle spielt. Die Lebensgeschichte dieses Mannes liest sich so, als würde sie bereits einem Roman entstammen: Ein Generalmajor, der unter Hitler die Spionageabteilung Fremde Heere Ost leitet, der später als Kriegsverbrecher gesucht wird, sich den Amerikanern andient und dessen Pläne dann nicht nur aufgehen, sondern der es Jahre später tatsächlich schafft, der erste Präsident des Bundesnachrichtendienstes zu werden. Alles, was ihn und seine Organisation umgibt und was man über sie in Erfahrung bringt, ist von einer so ungeheuer konspirativen Atmosphäre erfüllt – selbst die Fotos, auf denen Gehlen sich in späteren Jahren gern
mit Hut und dunkler Sonnenbrille ablichten ließ. Das hat es mir am Ende für den Roman auch sehr leicht gemacht, die Ebenen zwischen den historischen Fakten und Fiktivem zu verbinden.


Sie leben in Berlin. Würden Sie sagen, dass die Stadt einen Einfluss auf den Roman gehabt hat?

Der zerstörte Reichstag, vor dem Gemüse
und Kartoffeln angepflanzt wurden.
© AKG-Images
Ja, ganz bestimmt. Noch vor zehn, fünfzehn Jahren konnte man oft noch an vielen Häusern Einschusslöcher in den Fassaden sehen. Das war so normal wie die Mauer, die einmal mitten durch die Stadt ging. Und wenn man genau hinschaut, kann man die Löcher hin und wieder jetzt noch entdecken. Die Geschichte vom Dritten Reich bis zum Kalten Krieg ist an vielen Ecken nach wie vor spürbar. Das ist einfach ein Stück von Berlin, und obwohl ich hier lebe, entdecke ich immer wieder etwas Neues. Gerade in den letzten Jahren hat die Stadt viel von ihrer Historie aufgearbeitet. Nicht nur in Museen und Ausstellungen, sondern auch durch die zahlreichen wichtigen Erinnerungs- und Gedenkstätten. Diese Orte sind für mich als Autorin immer wieder Quellen, an denen ich meine Recherchen vertiefen kann und die mich auch Die Zufahrt zur Siedlung in Pullach. Das Foto stammt übrigens aus einer sowjetischen Zeitung, die das Bild verdeckt aufgenommen hat beim Schreiben inspirieren. Englische Freunde haben mir einmal gesagt, dass sie diesen Umgang mit der Vergangenheit hier in Berlin sehr einzigartig und besonders finden. Das hat mich sehr gefreut.

Wie recherchieren Sie, um in eine neue Zeit und Geschichte hineinzukommen?

Die Stelen des jüdischen Mahnmals in Berlin
© Noppasin/Shutterstock
Am Anfang lese ich vor allem viel – nicht nur geschichtliche Bücher über die Zeit, sondern vor allem auch Biografien, Lebensberichte und Briefe. Durch diese persönlichen Dokumente bekomme ich am besten einen emotionalen Zugang zu den Menschen, die in dieser Zeit gelebt haben. Fotografien und Bildbände vermitteln mir ebenfalls einen wichtigen Eindruck. Für Die geliehene Schuld habe ich aber auch sehr viel im Internet recherchiert. Es gibt inzwischen unglaublich tolle Websites mit Datenbanken, in denen man auch zahlreiche Die Stelen des jüdischen Mahnmals in Berlin Interviews von Zeitzeugen und Filmausschnitte der damaligen Nachrichten findet. Ich musste fast schon aufpassen, in den Recherchen nicht verloren zu gehen, weil es so viele spannende Dokumente gibt. Außerdem gehe ich in Museen, Ausstellungen und nutze die dortigen Quellen, gleichzeitig treibt es mich immer wieder nach draußen. Ich brauche ein Gefühl für die Orte, an denen der Roman spielt, ich reise dorthin und spreche mit den Menschen. Meistens kommen mir dabei auch die besten Ideen, die sich dann wie von allein zu einer Handlung zusammenfügen …


Mein Arbeitszimmer in Berlin
© M. Scheel

geschrieben von
Claire Winter


  • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
  • Verlag: Diana Verlag (5. März 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453291948
  • ISBN-13: 978-3453291942



Liebe Grüße,
Claudia

Montag, 26. Februar 2018

[Stefanies Rezension] Ingram, Zoë - Press Out & Colour - Vögel: Dekoträume zum Ausmalen

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Gastrezension von Stefanie


Hochglanz Mal- und Bastelbuch

Mit „Vögel – Press out and Colour“ hat Zoe Ingram ein besonderes Mal- und Bastelbuch geschaffen. Man findet in diesem Buch zehn dicke Pappseiten mit je drei Vogelteilen, die man zusammensetzen kann, nämlich Körper, Flügel und Schwanzfedern. Die Vögel kann man von beiden Seiten anmalen und dann sehr einfach zusammenbauen – man muss sie nur zusammenschieben. Oben gibt es noch ein Loch zum Aufhängen. Aus allen Vögeln könnte man so auch ein Mobile basteln.

Man bekommt hier zehn unterschiedlichen Vögel:
  • Taube
  • Blaumeise
  • Rotkardinal
  • Kakadu
  • Distelfink
  • Kolibri
  • Eule
  • Pfau
  • Schwalbe
  • Rotkehlchen

Mein größter Kritikpunkt an diesem Buch ist eigentlich, dass nicht alle Vögel ihrem Original wirklich ähnlich sehen. Dabei sehen sie nicht wie Fantasievögel aus, was ich gut finde, sondern wirklich echten Vögeln ähnlich, aber nicht unbedingt den genannten.

Das Buch ist laut Hersteller empfohlen für Fünf- bis Zwölfjährige. Allerdings sind viele Felder auf den Vögeln so klein, dass Fünfjährige das kaum leisten können. Daher würde ich das Buch eher für Ältere und vor allem auch für Erwachsene empfehlen, die damit ganz sicher viel Spaß haben werden.

Das Material der Vögel ist recht dicke Pappe, die einzelnen zu bemalenden Felder sind durch silberne, glänzende Linien unterteilt. Das gibt den Vögeln einen hochwertigen, edlen Look. Die Seiten des Buches, aus denen man die Vögel ausdrückt, sind komplett silbern. Das sieht toll aus, aber am Ende ist es das Material, das man wegwirft. Daher hätte man hier an der Farbe etwas sparen können.

Fazit: Tolles Buch, das von mir 4,5 Sterne bekommt. Nicht, weil die Vögel 'echter' aussehen sollten, sondern weil die Vogelnamen manchmal nicht ganz zu den gezeichneten Vögeln passen. Oder man braucht hier wieder sehr viel Fantasie, die Vögel zu erkennen. Wirklich wichtig für das Buch ist das aber nicht.

  • Gebundene Ausgabe: 20 Seiten
  • Verlag: Loewe; Auflage: 1 (15. Januar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785589247
  • ISBN-13: 978-3785589243
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 5 - 12 Jahre


Liebe Grüße,
Claudia

Sonntag, 25. Februar 2018

[In my Mailbox] KW # 8/2018

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Hier meine Neuzugänge aus dieser Woche!

für die Klappentexte klickt bitte auf die Cover, dann gelangt ihr zu Amazon

Fründt, Hans-Jürgen - Reise Know-How CityTrip Kiel
Fielding, Helen - Die Bridget-Jones-Serie (03) Bridget Jones' Baby
Brinke, Margit/Kränzle, Peter - Reise Know-How CityTrip San Francisco






Liebe Grüße,
Claudia

Samstag, 24. Februar 2018

[Rezension] Oberdieck, Bernhard - Alle meine Entchen. Allererste Kinderlieder (Buch + CD)


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(Buch)

In dieser Rezension möchte ich das Buch "Alle meine Entchen Allererste Kinderlieder" zusammen mit der CD zum Buch besprechen.

Das Buch bietet 32 Lieder. Für jedes Lied steht eine Doppelseite zur Verfügung. Diese reicht aus für den Liedtext, die dazugehörigen Noten und großzügige Illustrationen.


(CD)

Buch und CD beinhaltet u.a. Schlaflieder wie "Schlaf, Kindchen, schlaf", Geburtstagslieder wie "Geburtstagskonzert" oder andere Klassiker wie "Häschen in der Grube" oder "Laterne, Laterne". Leider sind auf der CD nur 24 der 32 Lieder enthalten. Das finde ich schade. Schöner wäre es gewesen, wenn auch auf der CD alle 32 Lieder einen Platz gefunden hätten. Von den 24 Liedern der CD kannte ich jedoch 19 Stück und zwar aus meiner eigenen Kindheit von vor ca. 30 Jahren. Die meisten Lieder sind somit wirkliche Klassiker und das war genau das, was ich gesucht hatte.

Ich finde es toll, dass man die Wahl hat, ob man zum Buch und/oder zur CD greifen möchte. So kann man das Buch nehmen, um die Lieder mit schönen Illustrationen dem Kind näher zu bringen und die Lieder selbst auf einem Instrument zu spielen oder zu singen. Die CD bietet hingegen eine gute Unterstützung, falls man selbst als Elternteil nicht besonders musikalisch ist. Außerdem können Kinder so auch alleine die Lieder hören oder sich davon in den Schlaf singen lassen. Die Lieder werden übrigens teilweise von Kindern, teilweise von Erwachsenen gesungen, und jedes Lied ist ein einzelner Track, so dass jedes Lied separat anspielbar ist oder auch einzelne Lieder in Dauerschleife gehört werden können. 

Fazit: Die meisten Lieder im Buch/auf der CD sind für mich echte Klassiker und bieten eine tolle Mischung. Mir gefallen die Illustrationen im Buch und die Interpretationen der Lieder auf der CD. lch finde es lediglich schade, dass die CD zum Buch nur 3/4 der Lieder aus dem Buch beinhaltet. Kennt man das Buch und kauft sich danach noch die CD könnte die Enttäuschung groß sein, falls genau die Lieblingslieder nicht auf der CD enthalten sein sollten. Daher bekommt das Buch von mir 5 Sterne und die CD 4 Sterne.

  • Gebundene Ausgabe: 72 Seiten
  • Verlag: Jumbo (8. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833737964
  • ISBN-13: 978-3833737961
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 36 Monate - 6 Jahre



  • Audio CD
  • Verlag: Jumbo (1. Januar 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895925764
  • ISBN-13: 978-3895925764

Liebe Grüße,
Claudia

Freitag, 23. Februar 2018

[Rezension] Wekwerth, Rainer/Thariot - Pheromon (1/3) Sie riechen dich

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Der 17 jährige Jack lebt ein normales Teenagerleben in den USA. Er spielt Football und hängt mit Freunden ab. Eines Tages stellt er jedoch Veränderungen an sich fest. Er benötigt plötzlich seine Brille nicht mehr, schwierigste Matheaufgaben lösen sich nahezu von alleine und das Verwirrendste: er kann auf einmal Gefühle von Menschen riechen. Jack kann sich diese Veränderungen nicht erklären, erkennt aber schnell, dass er nicht der Einzige ist, der sich verändert hat, und dass dieses das Schicksal der ganzen Welt beeinflussen kann.

Klappentext und Cover haben nicht unbedingt dazu geführt, dass ich diese Geschichte kennenlernen wollte. Der Hauptgrund war, dass dieses Buch von Rainer Wekwerth (in Zusammenarbeit mit Thariot) geschrieben wurde und ich von Wekwerth schon zahlreiche Bücher gelesen habe und oft begeistert war.

Zunächst konnte mich die Geschichte packen. Sie hat dystopische Züge und spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen im Jahr 2018, wo ein Teenager namens Jack der Protagonist ist, die o. g. Veränderungen feststellt und damit erst einmal zurecht kommen muss. Die zweite Perspektive ist die Sicht des Arztes Travis, der im Jahre 2118 lebt. Die Welt hat sich weiterentwickelt -natürlich nicht nur zum Positiven- und Travis deckt eine Art Verschwörung auf und beginnt gegen eine massive Bedrohung der Menschheit zu kämpfen.

„Sie riechen dich“ ist der erste Teil der Jugendbuchtrilogie „Pheromon“. Lange erkennt man keinen Zusammenhang zwischen den beiden Zeitebenen. Bis kurz vor Schluss haben diese keinen Bezug zueinander und das fand ich etwas schade. Schlimmer fand ich jedoch die Entwicklung der Geschichte. Das Buch wird zu einem Sci-Fi-Roman, was nicht unbedingt in mein Beuteschema fällt und dann hat es noch ein bestimmtes Thema aufgegriffen, welches absolut nicht meins ist. Aus Spoilergründen kann ich dieses hier nicht erwähnen, aber hätte ich das vorher gewusst, hätte ich tatsächlich nicht zu dem Hörbuch gegriffen. Es gibt bestimmt genügend Hörer und Leser, die dieses Thema toll finden, meins war es leider nicht.

Mark Bremer liest das Buch und ich fand es sehr angenehm ihm zuzuhören. Gegen Ende wurde es jedoch etwas kompliziert der Story zu folgen, was aber an der Geschichte und nicht am Sprecher liegt. Die Ereignisse überschlagen sich etwas, sind kompliziert und abstrakt und da haben mich die Autoren verloren, so dass ich einige Kapitel zwei Mal gehört habe, und das Ende dadurch trotzdem nicht gelungen fand. Ob ich die Fortsetzung höre werde, hängt wahrscheinlich vom Klappentext des zweiten Bandes ab. Ich denke jedoch, dass der Sci-Fi-Anteil zunehmen und es deshalb für mich nicht sehr interessant sein wird. 

Fazit: Der Schreibstil der beiden Autoren ist flüssig und angenehm. Der Beginn der Handlung war interessant aufgezogen, aber danach hat sich die Story leider in eine Richtung entwickelt, die ich thematisch nicht mag. Der erste Band der Pheromon-Reihe erhält von mir daher 3-3‚5 Sterne.

  • Audio: 1 mp3-CD, ca. 10h 40 min
  • Verlag: Rubikon Audioverlag; Auflage: Erstauflage (19. Januar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3945986591
  • ISBN-13: 978-3945986592
    http://www.rubikon-audioverlag.de/


Liebe Grüße,
Claudia

Donnerstag, 22. Februar 2018

[Neuerscheinungen] März 2018

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für den Monat

März

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Neal Shusterman - Scythe (2/3) Der Zorn der Gerechten
Morton Rhue - American Hero
Poznanski, Ursula und Strobel, Arno - Invisible
Erin Beaty - Kampf um Demora (01) Vertrauen und Verrat
Angelika Schwarzhuber - Barfuß im Sommerregen
Sven Koch - Kalte Sonne
Bettina Storks - Das geheime Lächeln
 Elisabeth Herrmann - Zartbittertod
 Bettina Belitz - Mein Date mit den Sternen
 Jens Henrik Jensen - Oxen. Der dunkle Mann
Colleen Hoover & Tarryn Fisher - Never Never
Francesca Haig - Das Feuerzeichen - Rückkehr
Kathy Reichs - Blutschatten: Der erste Fall für Sunday Night
S. J. Kincaid - Diabolic (2). Durch Wut entflammt

Die Vielfalt ist mal wieder enorm im März - es ist ja auch erneut Buchmesse. 
Welche Titel reizen euch?


Liebe Grüße,
Claudia

Mittwoch, 21. Februar 2018

[Stefanies Rezension] Ware, Ruth - Woman in Cabin 10

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Gastrezension von Stefanie


Erst einmal fragt man sich, warum „Woman in Cabin 10“ von Ruth Ware keinen deutschen Namen bekommen hat. Ausnahmsweise einmal wäre das ganz einfach gewesen (Wie wäre es mit: „Die Frau in Kabine 10“?). Ich mag es zwar nicht, wenn sinige Titel im Deutschen komplett verändert werden, aber warum hier gleich den Originaltitel behalten.



Ich habe Wares Thriller, der eher ein ganz spannender Krimi ist, in der Hörbuchversion des DAV (der Audio-Verlag) auf 2 mp3-CDs, gelesen von Julia Nachtmann, gehört. Es handelt sich hier um eine ungekürzte Lesung mit einer Länge von ca. 11 Stunden.

Zum Inhalt: Lo Blackwood scheint das große Los gezogen zu haben: Die Journalistin darf über die Jungfernfahrt des Luxuskreuzers 'Aurora Borealis' berichten und geht daher kostenfrei mit auf den Edeldampfer. Doch dann glaubt sie, Zeuge eines Mordes gewesen zu sein, und doch fehlt niemand an Bord. Es gibt nur zehn Passagierkabinen, und so ist alles extrem überschaubar. Dazu kommt, dass Lo viel Alkohol trinkt und Antidepressiva nimmt. Kann sie sich also alles nur eingebildet haben?

Letzere Frage, auf die der Tablettenkonsum aber herauslaufen soll, muss sich der Hörer kaum stellen, doch der Tablettenkonsum soll natürlich das Geschehen etwas mysteriöser machen (die Autorin hätte ja bis zum Schluss noch entscheiden können, ob Lo nur fantasiert). Durch die räumliche Begrenzung durch das Schiff, auf dem sich alles abspielt und die starke Eingrenzung der Personenzahl kann der Hörer natürlich jederzeit mitraten. So wird der Roman ein wenig zu einem Whodunit, was ich sehr gern mag.

Durch einige Logikfehler und die zweifelhafte Protagonistin krankt das Buch allerdings etwas. Lo Blackwood, scheint nicht nur naiv, sondern ich würde sie als regelrecht dumm bezeichnen. Oder Alkohl und Tabletten legen permanent ihren Verstand komplett lahm. Jemand wie Laura, die selbst permanent in Lebensgefahr schwebt, und das, seitdem sie den vermeintlichen Mord gemeldet und dann dies überall herumposaunt hat, macht wieder und wieder die gleichen Fehler, indem sie nicht ein einziges Mal an Konsequenzen denkt und immer allen, wirklich allen, klar macht, was sie weiß. Leider lernt Laura im Buch nicht aus ihren vielen, vielen Fehlern. Irgendwann denkt man sich nur noch, das kann gar nicht sein.

Der Anfang mit dem Eindringling verläuft vollständig im Sand und wäre hier nicht gebraucht worden. Ich dachte aber, die geniale Erklärung würde irgendwo am Schluss kommen; sie kam aber nicht. Ich könnte den Roman etwas umschreiben, so dass auch der Einbruch einen Sinn macht und passt. Hier hat sich die Autorin ein tolle Chance genommen.

Als Hörbuch ist „Woman in Cabin 10“ aber sehr gut zu hören, da eben die Zahl der Charaktere stark eingegrenzt ist und Lo Blacklock eigentlich immer im Mittelpunkt steht. Ob eine erwachsene Frau allerding so dumm sein würde, blauäugig immer wieder ihr Leben aufs Spiel zu setzen und nie vorsichtiger werden würde, wage ich zu beweifeln.

Fazit: Ruth Ware hat hier einen passablen, zum Teil recht spannenden Krimi geschrieben. Die Kritik vieler Leser kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe das Hörbuch aber sehr gern gehört und vergebe daher 4 Sterne, vielleicht sogar 4,5.

  • MP3: 1 CD - ca. 11h 4 min
  • Verlag: Der Audio Verlag (27. Dezember 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3742401955
  • ISBN-13: 978-3742401953
    http://www.der-audio-verlag.de/

Liebe Grüße,
Claudia

Dienstag, 20. Februar 2018

[Die Story hinter dem Buch] Antje Babendererde - Wie die Sonne in der Nacht

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heute:



Antje Babendererde - Wie die Sonne in der Nacht
 



Die Grundidee zu diesem Roman ist schon fast zwanzig Jahre alt und es gibt sogar einen „Vorläufer“, ein unveröffentlichtes Manuskript in meiner Schublade. In „Wie die Sonne in der Nacht“ sind allerdings nur wenige Parallelen zum alten Manuskript übriggeblieben, wie zum Beispiel der junge Pueblo-Indianer, der viele Jahre mit seiner Mutter allein in den Bergen gelebt hat und dann auf ein weißes Mädchen trifft. Ein Junge, der nach seinem Vater sucht, der Schriftsteller ist ...

Felszeichnung © Antje Babendererde
Es gibt bestimmte Dinge, die lassen mich über Jahre einfach nicht los, so auch das Kaspar-Hauser-Thema, oder verschiedene Wilde-Kinder-Geschichten. Natürlich ist Kayemo weder ein Kaspar Hauser und auch kein Wildes Kind, aber meine Recherchen zu beiden Themen sind in die Geschichte eingeflossen.

Friedhof von Taos © Antje Babendererde
Ich war im Laufe der vergangenen zwanzig Jahre mehrere Male in New Mexico, dabei auch immer wieder in Taos und dem Taos Pueblo, habe also die Veränderungen über eine lange Zeit beobachtet. Dabei wurde mir der gewaltige Unterschied der Pueblo-Kulturen zu den Kulturen übrigen Indianervölkern in den USA und Kanada immer eindringlicher bewusst.

Katchina Wandmalerei © Antje Babendererde


Die Kultur der Pueblo-Indianer ist aus der sagenumwobenen Anasazi-Kultur (heute Ancestral Puebloans) hervorgegangen, die ihre Blütezeit vor tausend Jahren in den Four Corners hatte, dem Vierländereck, in dem die Bundesstaaten Utah, Colorado, New Mexico und Arizona aufeinandertreffen. Diese Leute hatten damals enge Handelsverbindung zu den Tolteken im heutigen Mexiko. Die Anasazi waren in der Lage gewesen, den Verlauf der Sonne, des Mondes und der Gestirne zu errechnen, und sie hatten ihre Dörfer und ihre kilometerlangen Handelsstraßen danach ausgerichtet. Ihr Leben und ihre Zeremonien waren von diesem astronomischen Wissen durchdrungen gewesen. Doch dann war rund 200 Jahre später etwas gehörig aus dem Ruder gelaufen, und so sind von den Anasazi heute nur die Ruinen ihrer Städte und sonst nichts als Abertausende Tonscherben, ein paar Knochen und ihre Geheimnisse geblieben. Erst ein Bruchteil der alten Wohnstätten ist bis heute ausgegraben, viele Schätze und staubige Knochen warten noch im Wüstenboden oder in verborgenen Felsenhöhlen.

Kivas im Taos Pueblo © Antje Babendererde
Das plötzliche Verschwinden der Anasazi gibt den Forschern bis heute Rätsel auf, und das hat mich ungeheuer fasziniert. Im Jahr 2009 war ich dann zum ersten Mal im Chaco Canyon in New Mexico, dem Zentrum der Anasazi-Kultur. Man muss eine kilometerlange Sandpiste fahren, um in diesen entlegenen Canyon zu kommen. Wie die meisten meiner Mädchenfiguren bin ich nicht sehr mystisch veranlagt, aber dort, im Chaco Canyon, konnte ich mich der Macht der Vergangenheit und der Geister der Anasazi nicht entziehen. Es war ein überwältigendes Erlebnis, in der Nacht am Klippenrand zu sitzen, dem Wispern der Geister zu lauschen und mich in die Vergangenheit zu denken.
2016, während meiner Recherche in Taos und den Rio Grande Pueblos, wurde mir dann klar, wie eng die Verbindungen der heutigen Pueblo-Indianer zu dieser alten Kultur noch sind. Dass sie die Hüter des Wissens der Ersten Alten, der Anasazi sind. Auch heute noch gibt es Geheimgesellschaften und strenge Tabus. Auch heute noch wird das Wissen der Alten in den Kivas an die Jungen weitergegeben. Allerdings verlassen auch viele junge Leute ihren Pueblo, um in der Stadt zu studieren oder zu arbeiten. So gibt es immer weniger Menschen, die das Wissen weitertragen können.

Klapperschlange © Antje Babendererde
Der Gedanke, diese alte Kultur auf einen vollkommen unvoreingenommenen Menschen aus Europa treffen zu lassen, hat mich nicht losgelassen. Wäre Kayemo in einem der Pueblos aufgewachsen, hätte er sich Mara gegenüber wohl niemals geöffnet, also habe ich die Ausgangspositionen der beiden verschärft und so Voraussetzungen für spannende, aber auch komische Situationen geschaffen. Mara, die aus einer deutschen Stadt kommt und Schriftstellerin werden will, und Kayemo, beladen mit dem Wissen seiner Vorfahren und einer schweren Bürde. Jemand, der dem geschriebenen Wort zerstörerische Eigenschaften zumisst, und jemand, der sich ein Leben ohne Schreiben nicht vorstellen kann.

Klippensiedlung © Antje Babendererde


Die Recherchearbeit erwies sich als schwierig, aber in der Bibliothek in Santa Fee bin ich fündig geworden und habe viele spannende Dinge entdeckt, zum Beispiel auch die Geschichte von Po-se-yemo alias Montezuma, und Diego Naranjo. Oder die Geschichte von „Lightning Man“, dem wertvollen Regen-Katchina.


Spirale © Antje Babendererde
Weil ich in den Pueblos – ich habe dort verschiedenen Tänzen beigewohnt – nichts erwartet habe, wurde ich überrascht von der Gastfreundlichkeit und Offenheit der Bewohner. Nach heiklen Dingen oder Tabus habe ich allerdings auch nicht gefragt. Ich habe beobachtet, alles gelesen, was ich finden konnte, habe den Geschichten gelauscht, wenn welche erzählt wurden, und habe mit Leuten gesprochen, die in der Nähe der Pueblos leben. Die „Wissens-Essenz“ aus allem ist in „Wie die Sonne in der Nacht“ nachzulesen, wobei meine agierenden Personen allesamt frei erfunden sind. Erfunden ist auch Quemado-Pueblo, das war schlichtweg notwendig, um keinem tatsächlich existierenden Pueblo-Volk und seinen Geheimnissen zu nahe zu treten.

Taos-Pueblo © Antje Babendererde

Ein Außenstehender wird niemals ins Herz dieser Kultur vordringen, aber das ist wohl notwendig, um sie auch weitere Jahrhunderte zu bewahren. Ich hoffe jedoch, dass ich in „Wie die Sonne in der Nacht“ ein Gefühl für die Kultur der Pueblo-Indianer und dieses wunderschöne, geheimnisvolle Land vermitteln kann. 

Wacholder © Antje Babendererde

Viel Freude mit Mara und Kayemo wünscht euch eure Antje



  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Arena (2. Februar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401603310
  • ISBN-13: 978-3401603315
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre



Liebe Grüße,
Claudia